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Die Vorstellungen der alten Griechen und Römer über die Erde als Himmelskörper / von Ludw. Oettinger
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liegen diejenigen auf, welche die Kugelgestalt der Erde behaupten und ver-teidigt die ebene Oberfläche der Erde durch den Augenschein, wornaeh bei demAufgang die Strahlen der Sonne und des Mondes uns gerade in die Augenfallen, besonders wenn wir uns am Ufer des Meeres befinden, wo die llergediess nicht hindern. Diese Erörterung beweist indirecl, dass zu Anaxagoras Zeiten die Lehre von der Kugelgestalt der Erde schon aufgeslellt war, sonst hätteihm die Unterlage für seine Entgegnung gefehlt. Eine Folge dieses Streites war,dass man Gründe zur Unterstützung der aufgestellten Sätze aufsuchte, und dassman desswegen auf die nähere Untersuchung der aus einer Annahme sich ab-leitendcn Erscheinungen eingehen und so die Theorie mit der Erfahrung in Ueber-einslimmung bringen musste, wobei man, wie sich sogleich zeigen wird, nichtimmer das Richtige traf.

Ar che laus, nach Fälligen aus Athen, nach Andern aus Milet, Anaxa-goras Schüler und Mcinungsgenossc in vielen Stücken, meint nach dem Zeug-nisse des Origenes 20 ) dass die F>de aus dem Wasser und der Luft aus-geschieden wurde, diese nach oben, jene nach unten. Ucber ihr wölbe sich derHimmel. Durch die Sonnenstrahlen scy sie trocken geworden, denn sie sei ur-sprünglich ein Sumpf gewesen. Am Umfange sei sic hoch, in der Mitte verlieft.Als Ileweis für die Aushöhlung führt er die Erfahrung an, dass die Sonne nichtgleichzeitig an allen Orten auf- und untergehe, was nothwendig geschehen müsste,wenn die FIrde eben wäre. Man sieht, dass die Folgerung des Archelausgerade die entgegengesetzte von derjenigen ist, zu welcher er hätte geführtwerden sollen.

Solis aut Lunae perspicue comprobari, qui mox ut primi luminis fulgor emerseritconfcstim ad obtutus nostros directis tineis diriguntur, quod inagis indubitabilis pro-bamenti fiel, si in littore consislentes obstacula montium relinquamus; quod siita esset, cunctis supra terras degentibus eodem tempore einergentia viderentur,occasusque uno obilu condita cunctas valerent tenebrare terras.

20) Philos. Cp. IX- 'liTiiy./.ilh'vut de zov oi’Qctvov (fr t ai , xcei Qziog zov ijj.ior «eVrtz/~g yfg tcou'giu zpdg, xu'i zum atfia non'aui thaif ctvr, y.ui z?]r yt~v ii/juv'yao einet zu nuunuv , uze y.iy.hn utv ovauv vip^ktjv, fitaa de y.oi/.ryartiüuv de (fl net zt'g y.oüvt i^iog, on o‘ ll-tog avy (lau ccrailU.et zs y.ui öcezulnüotv, uticq edet avtißainiv, eV/tep r t v öuulr . Damit ist Diog. Laert II, 16 u_17 zu vergleichen, der einzelne Angaben über die Entstehung der FAde bestätigt.