Aue)! Ilerodot, der viele Reisen gemacht und die dabei gesammeltenBeobachtungen mit klarem und scharfem (leiste in seinem Geschichtswerke nieder-gelegt hat, (484—4-08 v. Ehr.) wird gewöhnlich 21 ) unter denen aufgeführt,welche die Erde für eine flache Scheibe, die er jedoch nicht kreisrund, sondernlänglich rund und vom Occanus umflossen hielt, den er aber nicht mehr fiir einenStrom, sondern für das Weltmeer ansah. Eiest man aber die Stellen welcheman zur Bestätigung des Gesagten 22 ) aufzählt nach, so wird man zu einerandern und zu der Ucberzcugung geführt, dass er sich gar nicht mit der Fragebeschäftigte, ob die Erde die Gestalt einer Kugel, oder die einer kreisrunden,oder länglich runden Scheibengestalt habe. Die Kugelgestalt wollte man ausII, 19 folgern, wo er die Sonnenwenden (zonrzul 'hntva'O erwähnt. Die Sonnen-wenden waren aber in ganz frühen Zeiten und lange vorher bekannt, ehe manan die Kugelgestalt der Erde dachte. Die länglich runde Gestalt der vom Welt-meer umflossenen Erde, wollte man aus IV, 8, 36, 45 folgern 23 ). In allendrei Stellen aber macht sich Ilerodot über diejenigen lustig, welche sagendass Okeanus um die ganze Erde fliesse, da man es doch nicht beweisen könne,namentlich nicht im Norden und Osten von Europa, denn nur von Asien undAfrika wisse man cs , da beide Länder wirklich umschifft worden seyen, ( IV22 und 44). In der Stelle (IV, 36) machte er sich über die lustig, welcheder Erde eine ringsumgrenzte Gestalt von der Eleganz beilegen, als wenn sievom Dreher gedrechselt wäre. Man sieht dass Herodot ganz auf dem Gebieteder Thatsachen steht, und nur auf diese Gewicht legt. Es ist daher ganz wahr-scheinlich, dass er die Frage über die Gestalt der Erde so lange für eine miissige
21) Forbiger llandb. der alten Geogr. I. S. 68 u IT. u. Ukert, Geogr. d. Griecli. undKöm. I. Till. 2. Abtlil. S. 26 u. IT. — 22) Lib. II, 19, 21, 22, 23, III, 104, IV,8,36,42, 44, 45, 184.— 23) IV, 8. Tov d 'i'ilxeuvov Idyto /dv leyovot (die uinden Pontus wohnenden Hellenen) und >)li<>t> uvundduir uo'iüuerov yijv neni7ictouv neetv , toycy de oix unodeixvzai. — IV, 36. le/j'i de doecuv y>;g ntQio-. dovg yejutpavzug, rzoXlnvg i‘dr , y.u't nvdeva vcov eytnzug eiryr l nuf.terov ‘ o V’Qxeuvdv ie <jenviu youepoveu neittg zryv y>~v , endtiuv y.ty.lozenezc utg und7 doitjy y.u't zi)v \lah t vzi] Evctutnr] nnte.üvcotv uj>]v. IV, 45. II dach] Euotdnr nötigadccfuöv cjuveni] ean yivoiaxofiivt], uze zu nnog rßhov uvuil'/j.tnzu, uze zu ncjngßo{>tjv, et neciitiovzdg eure' tny/.ei de yivioaxezai nun cutzfozeoug nuoi^tnuu.(Asien und Afrika ). S. o. S. 34, 21 u. die Anmk. v. Creuzer u. Baehr zu diesen Stellen.