Je stärker dieser Druk ist, desto vollständiger ist auch dieWirkung; je größer die Schnelligkeit des Stroms, und jesenkrechter seine Richtung auf das Steuerruder ist, desto kraft-«oller wirkt er auf dasselbe, je schneller wendet er das Schiff.Da nun die Schnelligkeit des Schiffslaufs die des Stromsvermehrt, so folgt nothwendig, daß die Fahrt des Schiffs dieWirkung des Steuerruders in eben dem Verhältniß vermehrt,als sie an Geschwindigkeit zunimmt. Was diese Wirkung nochverstärkt, ist die Stelle, wo das Steuerruder angebracht ist,nämlich die vom Schwerpunkt und vom Wendepunkt entfern-teste, wo es folglich, wie ein langer Hebel, die Wendungdes Schiffs leichter und schneller bewirkt.
Ehe wir diese Säze und Beyspiele auf die höhere See-taktik anwenden, ist es zu besserer Vcrständlichung zwckdicn-lich und nothwendig zu erklären, was die Ausdrüke: vordem Winde und bey dem Winde segeln oder wenden be-deute», indem sie bey den Evoluzionen der Flotten häufig vor-kommen und diese darauf berechnet sind.
Bey dem Wind segeln, heißt gegen den Wind steuern.Da dies aber in gerade entgegengesezter Richtung unmöglichist, so sucht mau dem Ursprung des Windes so nahe als mög-lich zu kommen. Gewöhnlich sind 6 Kompaßstriche Las näch-ste; doch bringen es einzelne, sehr scharfgcbaute Fahrzeugeauf 5. Da nun die Linien, welche die Richtungen des Schiffsund des Windes beschreiben, einen spizigcn Winkel machen,indem der Bugspriet sich der Windlinie nähert, so nennt mandies bey dem Wind segeln. Die Schiffe ^ a Figur z6 se-geln bey dem Winde; nämlich ^ über Bakbord mitStcuerbordshalsen zu, und - über Steuerbord mit Bakbords-