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halt finden konnten, so sahen sie fich genöthigt, Dienstezu nehmen. Nach dem Vorschlage des Majors v. Müller-wurde die Organisation bis zu günstigern Umstandeneinstweilen auf 2 Regimenter", jedes von 6 Compagnienzu 50 Mann, festgesetzt. Major v. Müller wurde zumGroßmajor des Iten Regiments, Oberst Schraidt zumObersten und Oberst Brüske zum Großmajor des 2tenRegiments ernannt. In der Folge marschirten diese Re-gimenter nach Frankreich , um dort einige Festungen zubesehen.
Ochs war, als Mitglied der Verpflegung? - Commission,von der Abführung nach Mainz und Luxemburg dispen-sirt worden. Lagrange rechnete ihm diese Begünstigunghoch an und ersuchte ihn, unterrichtet von seinem will-tairischen Rufe, mehrmals dringend, in hessisch - französi-sche Dienste zu treten, indem er ihm erklärte, daß er dieObersten-Stelle des Iten Regiments absichtlich nicht be-setzt, sondern für ihn offen gelassen hatte. Da Ochs einebedeutende Stelle in der hessischen Armee bekleidethatte, und das Zutrauen der Soldaten besaß, so wandteLagrange alles an, um ihn zu diesem Schritte zu vermö-gen. Ochs gab aber dem General freimüthig zu erken-nen, daß er das Schicksal seines Fürsten standhaft ab-warten, und ohne dessen Zustimmung in keine andereDienste treten werde. In Cassel wurde indessen seineAnwesenheit, vorzüglich seine Stellung als Mitglied derVerpstegungs-Commission, den französischen Cmployes sehrlästig; diese, wie ein Heer hungriger Fliegen über daseroberte Land herfallend, fanden in der Rechtlichkeit deSOberstlieutenants v. Ochs, welcher die specielle ^Aufsichtüber die Magazine hatte, und zum Besten des Landes