30Y
und wurde vielmehr an den Bundestag verwiesen. Alsaber Napoleon im Jahre 1815 wieder in Frankreich ge-landet war, und ein neuer Krieg auszubrechen drohte,bewarb sich Ochs um eine Anstellung in preußische Dien-ste. Der König antwortete ihm untec'm 5. Juni, daß erdie Neigung für eine Anstellung in seinen Diensten sehrschätze, es ihm aber für den Augenblick an Gelegenheitfehle, seinem Wunsche nachzugeben; sollte indessen derKrieg von einiger Dauer seyn, so werde er mit Vergnü-gen auf sein Gesuch Bedacht nehmen. Ochs reisete dem-nach von Wien ab, um der Armee zu folgen, erhielt aberschon in Frankfurt die Nachricht von der gewonnenenSchlacht von Belle Alliance. Dennoch setzte er seine Reisenach Paris fort, wo er mehrere Monate verweilte. DerKönig von Preußen konnte zwar dem General v. Ochsbei eingetretenem Frieden keine Anstellung in seiner Ar-mee gewähren, geruhete indessen, sich dringend bei demKurfürsten von Hessen für dessen Wiederaufnahme in dor-tige Dienste zu verwenden. Hierdurch, so wie durch dieFürsprache mehrerer angesehenen und bewährten Freundedes Generals, wurde der Kurfürst endlich zu milderenGesinnungen bewogen. Kurz nach seiner Zurückkunft nachCassel am 4. Februar 1816 hatte Ochs die erste Audienzbei'm Kurfürsten, die länger als eine Stunde dauerte,und in welcher er eine umständliche Relation von seinempolitischen Benehmen vom 1. November 1806 an, bis zuseiner Gefangenschaft machte. Der Kurfürst, welcher sehrgenau in alle Details einging, erhielt nun die Ueberzeu-gung, daß sein Benehmen sowohl bei der Katastrophe von1806 als späterhin, tadelfrei gewesen sey; dennoch nahmer Anstoß an seinem schnellen Avancement in westphali-