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Nachricht von dem Kriege.
Cap. LIV.Capitel, von der Manier, eine Festung zu berennen, vorkommen wird, sowill ich hier nur von der Art, wie man dahin marschiren soll, eins und dasandere erwähnen. Es giebet deren zwey: entweder hat sich die Armee bereitszusammen gezogen, oder sie stehet noch in den Festungen und auf den benachbarten Posten. Stehet sie beysammen, so ist sie entweder nahe bey desFeindes seiner, oder sie stehet von dieser weit genug entfernet. Ist sie nahedabey, so muß der Marsch hurtig seyn, mit besonderer Vorsicht, und ohneBeschwerung einiger Bagage geschehen, die Berennung auch so wohl abgessehen worden seyn, daß der blose Marsch der Armee dieselbe zu Werck richte.Allein diese Art, einen Platz zu berennen, ist offt gefährlich, weil man derberennenden Armee kan so nahe gefolget seyn, daß sie keine Zeit hat, zusam-men zu stossen, und sich dem in Schlacht- Ordnung kommenden Feind entgegen zu stellen, daher ich niemahls darzu rathen werde. Weit sicherer ist es,dem Feind die ganze Armee dergestalt entgegen zu setzen, daß man die zu besrennende Festung hinter sich behält, und das Corps, welches man die Bela-gerung vorzunehmen bestimmet hat, auf solche Masse bedecket. Dieses läufftauf den Fall hinaus, wenn man eine Belagerung mit zweyen Armeen vornimmt,davon eine, die ich nehmlich vor den Feind gestellet, diesen beobachtet, dieandere aber sich in Linien einschliessen und die Belagerung verrichten muß.
Daferne man aber dem Feind so nahe nicht ist, daß er so gleich an unskommen mag, so darff man eben nicht so viele Vorsicht gebrauchen, daherDer General ben so gestalten Sachen die kleine Bagage bey sich behalten kan,wo die Beschaffenheit des Landes, da er durchziehen muß, es anders zulässet. Wird nun diese Belagerung, bey Eröffnung des Feld- Zugs, unternommen, und die Armee stehet nur in grossen abgesonderten Corps, so muß diegesammte Reuterey, daraus die Armee bestehet, an allen Orten, wo sie ist,geheime Ordre bekommen, zu verschiedenen Stunden, nachdem solche von derFestung, die man berennen will, entfernet stehet, aufzubrechen; neben demsoll auch iedem Corps der Reuterey der Plaz, welchen es einzunehmen hat,genau angezeiget, und solche Anstalt gemacht worden seyn, daß sich diese gangeNeuterey zu gleicher Zeit um die Festung herum einfinde. Auf gleiche Weisesoll man seine Sachen so einrichten, daß die Berennung noch vor anbrechen-dem Tage erfolge, damit, wenn es anfängt licht zu werden, aus dem Ortnichts mehr heraus könne, und weiter nichts übrig sey, als daß man nur denPlatz für die Lager und zu den Linien abzeichne. Das Fuß- Volck soll, soviel es seyn kan, der Reuterey auf dem Fuß gefolget seyn, damit es bey seinerAnkunfft fo fort auf die Plätze, die es, in der Umschanzung oder Circonval-lation, zu beziehen hat, rücken moge.
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