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Nachricht von dem Kriege. Cap. LXII.
lassen kan, eine Festung sey überfallen worden, weil sie zu einer Zeit angegriffen worden, da es ihr an einer von iest- gedachten Nothwendigkeiten geman-gelt hat.
Daferne aber dennoch ein Gouverneur in der Bewahrung seiner Festungsich so gar säumig erweisen solte, daß er sich in Gefahr setzte, sich bey Eröffnungeines Thors überfallen oder eine Petarde in der Macht da anschrauben zu lassen, oder daß solche auch, durch übersteigung der Mauer vermittelst eines Flusses, oder wohl gar eines unbewachten Wercks unter der Erde, einzunehmenstünde, so muß man sich, bey Vollstreckung aller dieser Manieren eine Festung zuüberrumpeln, ungefähr nachfolgender massen zu verhalten bemühet seyn.
Uberhaupt muß man keinen Versuch thun, daferne man nicht gewiß weiß,daß es angehen werde. Solchemnach muß man den Plas um die Festungherum, wie nicht weniger alle Fehler an deren Bewachung, durch treue undgeschickte Spionen auf das genaueste baben recognofciren lassen.
Folgende Fehler nun mögen, bey Eröffnung der Thore, in einer Festungbegangen werden. Erstlich wenn man solche allzufrühe, oder ehe noch ein vorshandener starcker Nebel gänzlich gefallen, aufmachen laffet: oder auch die Zug-Brücken niederlåsset, und die Schlag- Bäume aufziehet und solche nicht wiederzumachet, wenn man Leute zu Fuß und zu Pferde ausschicket von allem genaueKundschafft einzuziehen: Ferner wann die Wacht im Thor aus dem Gewehrgehet, bevor die Leute, so man auf Kundschafft ausgeschicket, wieder zurück gekommen: ingleichen wenn man des Nachts in dem Werck, welches das Thorbedecket, keinen Poften laffet: hiernächst wenn die Wacht zu Fuß nicht imGewehr stehet, und die Reuterey nicht zu Pferd ist, bis daß alle Thor- Schlüsssel wieder zu dem Gouverneur gebracht, und ihm von den äusserlichen Umständen seiner Festung Bericht erstattet worden: und endlich wenn man die Leute,welche gleich nach Eröffnung der Thore ankommen, Hauffen- weise hineinläffet,oder unter währendem Marckt nicht alle Wachten in dem Gewehr stehen.
In allen diesen Fällen kan man einen Uberfall mit Gewalt vollziehen, wennman bey Eröffnung der Thore verkleidete Leute genug hineingehen und ein Thoreinnehmen, solches auch so lange offen lasset, bis man ein so grosses Corps ein-rücken lassen, daß es starcker sey als die Besaßung, falls die Lage des OrtsMittel an die Hand gegeben, diesen Hauffen nahe bey der Festung im verboregenen zu halten.
Hat aber der Ort keine Aussenwercke, die das Thor bedecken und desNachts bewachet werden, dabey auch keinen Graben, so, daß man an das Thor,ohne von den Schildwachten gesehen zu werden gelangen kan, so kan man einePetarde anschrauben lassen, so bald aber diese ihre Würckung gethan, magein rotten- weise eingetheilter Zug Fuß- Volck nachfolgen, iedoch soll iede Rot-
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