zo Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII.
zuschickte, leicht zu ihm stoffen konnte. Nun hatte er zwar nachhero denHerrn Herzog von Lothringen, welcher des Kaysers Armee commandirte,unschwer abhalten können Philippsburg zu erobern, vor welchem selbiger dieBelagerung vor die Hand nahm, nachdem er vergebens sich dahin bestrebethatte, den Herzog von Luxembourg anzugreiffen, ehe die Hülffe, so er ausFlandern bekam, zu demselben gestossen wäre. Ja er hätte auch Straß-burg, da der Herzog von Lothringen, vor Philippsburg, beschäfftiget war,hinweg nehmen, oder ihn doch zwingen können, von seiner Belagerung abzu-laffen, und Straßburg zu Hülffe zu kommen; allein die Politic des Cabinetsüberwog alle Mittel, welche dieser General vorschlug, also, daß der Krieg inTeutschland selbiges Jahr, bey dieser dritten Art, davon ich gegenwärtigrede, nicht erhalten ward, sondern auf Seiten der Feinde offenfiv blieb.Doch kan der Herr von Luxembourg diesfalls nicht getadelt werden, gestaltdessen Absichten, durch die Befehle des Hofes, die von selbigen ganz abgiengen,keinen geringen Zwang zu erdulten hatten.
Darauf gab die Eroberung der Stadt Trier anno 1675. und die vonPhilippsburg 1676. dem Herrn Herzog von Lothringen Aniaß das Project zumachen, wie Franckreich mit einer Offenfiv Macht angegriffen werden könnte. Er machte demnach den Anschlag, daß er sich Trier und Luxembourg be-dienen, und entweder bey der Saar, oder der Maas, wiederum in seine Ländergelangen wolte. Neben dem hatte er vor sich Philippsburg zu bedienen inOber- Elsaß zu dringen, und hatte dem zur Folge ein Corps Truppen, unter demCommando des Herzogs von Eisenach, dahin bestimmet, machte sich auch dieRechnung, daß ihm, die Brücke bey Straßburg, von der Regierung dieserReichs- Stadt, würde überlassen werden, wenn es die Nothdurfft erforderte.Zu allen diesen groffen Mitteln desto leichter offenfivè zu agiren kam noch einestarcke Armee, welche der Herzog von Lothringen bey Trier zusammen zog, ließauch das Corps, mit welchem der Herzog von Eisenach in Elsaß dringen solte,bey nahe zu eben der Zeit über den Rhein gehen. Allein der Marschall de Cre-qui, welcher, durch sein Unglück bey Con Saarbrücken, vorsichtiger geworden,stund dem Herzog von Lothringen entgegen, und der Herr de Montclar war besstimmet, sich dem Herzog von Eisenach, in Elsaß, zu wiedersehen. i stor
Nun soll man wohl glauben, daß der Herzog von Lothringen sich dieHoffnung machte, es würden die Lothringer, feine Unterthanen, ihm zum Beshuff, einen Aufstand erregen, wenn sie diesen Fürsten, so nahe an der Grenze,eine mächtige Armee commandiren fåben; allein dasselbe geschahe nicht, weilman entweder sehr aufmercksam war einer Aufruhr zuvor zu kommen, oder diesse Volcker so lange damit anstunden, bis ihr Fürst zum wenigsten in seinemLande campirte, damit sie ihm so denn ihre Zuneigung sehen lassen möchten.
Und