72 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII.
Im Anfang des 1678ften Jahrs war der Krieg in Flandern gewöhnli-cher massen vor der Zeit mit Belagerungen angegangen; nachdem aber Genterobert worden, hatte der Konig das Commando über seine Armee dem Marschall de Luxembourg, mit dem Befehl, überlassen, daß er auf alle Weisehindern solte, damit der Prinz von Oranien die Bloquade bey Mons, darüberDer Herr de Montal gesetzet, nicht etwa aufschlüge, im übrigen aber die feind-liche Armee nur beobachten, und sich mit ihr nicht einlassen solte. Dieses thatnun dieser General so lange, bis der Prinz von Oranien, mit Genehmhaltungder Spanier, die es verdrosse, daß der Friede zu Nimägen zwischen Franck-reich und Holland vor kurzem unterschrieben worden, hinkam, und des KönigsArmee, so auf der Heide von Cafteau campirete unvermuthet angriff, und mitFleiß nicht wissen wolte, daß dieser Friede bereits unterzeichnet wäre. DerBach bey St. Denis war zwischen beyden Armeen, also, daß es unmöglich war,Daß sie zu einem Treffen, welches den Ausschlag geben mögen hätten gelangenkönnen. Nichts desto weniger ließ diefer Printz des Königs Truppen von derSeite der Abtey St. Denis und von Cafteau her angreiffen. Auch war gesmeldtes Treffen sehr blutig; weil aber der Prinz von Oranien sahe, daß diefe Action, welche ohne einigen Schein des Gewinns derselben, und nur denSpaniern zu Gefallen, war unternommen worden, einen unterschriebenenFrieden nicht stöhren könnte, so entschlosse er sich, um Mitternacht, an denMarshall de Luxembourg zu senden, und ihm sagen zu lassen, daß er alleweileDie Nachricht von der Unterzeichnung des Friedens erhalten hätte.
Jm Anfang des 1689sten Jahrs befand sich der König Herr von demganten Rhein Strom, von Nimagen an bis nach Rheinbergen, alleinausgenommen die Städte Cobleng und Colln. Der Marschall de Du-ras commandirte in Teutschland, und der Marschall d'Humieres in Flansdern; der Herzog von Lothringen commandirte die Armee gegen denMarschall von Duras, und der Fürst von Waldeck gegen den Marschalld'Humieres. Die feindlichen Truppen waren damahls, wegen ihrer Tüchtigkeit, des Königs seinen weit überlegen, weil fast unsere gesammte Reutereynoch neu war. Daher entschlosse sich der König denselben Feldzug allenthal-ben defenfivè zu gehen, damit die neu- geworbenen Leute sich formiren undbeysammen zu seyn gewohnen möchten. Indessen hatte der König von seinenTruppen keine Armee in dem Churfürstenthum Cölln, sondern es waren daFeine andere Völcker, als die der Cardinal von Fürstenberg angeworben hat-te, welche iedoch so wohl durch die Kayserliche Avocatorien, als wegen ihrerschlechten Beschaffenheit, gar leicht zerstreuet wurden; nur allein in Bonnhatten wir eine gute Besatzung, so von dem Herrn von Haßfeld commandiset ward. Immittelst brachte der Churfürst von Brandenburg, welcher desCars