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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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73
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII. 73

Cardinals von Fürstenberg Truppen, in Westphalen und in dem Churfürsten-thum Colln jenseit des Rheins waren, aus einander gejaget hatte, so wohl vonseinen eigenen Truppen, als der Nieder Sächsischen Fürsten ihren, einemächtige Armee zusammen, ließ auch alles, was zu einer wichtigen Belagerung nöthig, herben schaffen, und ob wohl dieses alles, nur allein auf die vonBonn abzielen konnte, so begnügte man sich doch allein damit, daß man die-sen Ort mit einer guten Besatzung, obschon mit allzuwenig Kriegs- Nothdurfftund Lebens- Mitteln, versahe. Das war also des Königs Anschlag, in An-sehung des Defenfiv. Kriegs, auf diesen Feldzug.

Inzwischen schiene es, nach den Regeln eines Defenfiv- Kriegs, welchervon einem General, der darzu bestellet worden, mit Klugheit geführet wird,daß der Rhein ein ziemlich guter Schrancken wäre den Herzog von Lothrin-gen abzuhalten, daß er, vor den Augen unserer Armee, die der Marschall deDuras commandirte, nicht über gedachten Fluß gienge, und mithin gehindertwerden solte, die Belagerung der Stadt Maynz vorzunehmen, iminassendieses das einzige Unternehmen war, darauf der Herzog von Lothringen versnünfftiger Weise bedacht seyn konnte, damit er den Krieg über den Rheinhinüber bringen, und auf diese Maasse der Kayserlichen Armee nöthigen Unter-halt verschaffen möchte. Gleichwohl gieng der Marschall de Duras mit seisner Armee allzuweit hinter sich), als daß er hätte dem Herzog von Lothringenwehren können über gemeldeten Rhein, ohne Wiederstand, zu gehen, vielmehrließ er selbigen die Belagerung der Stadt Mayntz würcklich vor die Handnehmen. Und ob schon der Marquis d' Uxelles, der Commandant darinnenwar, nichts unterließ diesen Ort, mit grosser Geschicklichkeit, zu defendiren, soward er doch endlich gezwungen denselben zu übergeben, weil es ihm an hinlänglicher Kriegs- Nothdurfft fehlete. Nachdem aber dieses verrichtet worden, gieng der Herzog von Lothringen mit einem grossen Theil seines Fuß-Volcks den Rhein hinab, und halff dem Churfürsten von Brandenburg dieFestung Bonn einnehmen. Daher kostete dieser Feldzug, da man defenfivègehen wolte, und dennoch, der Gebühr nach, solches nicht vollzogen ward, demKonig den ganzen Rhein- Strom, von Philippsburg an bis nach Rheinbergen, und der Krieg gerieth dadurch in die Pfalz hinein.

Vielleicht wird man mir, zu der Entschuldigung des Marschalls de Du-ras, sagen, daß die Kayserliche Armee aus einem starcken Corps alter undsehr wohlversuchter Reuterey bestund, weil die meiste davon aus Ungarnkam, und daß des Königs feine dagegen bey nahe insgesammt neu war, dasher es von dem Herrn de Duras nicht klüglich gehandelt gewesen wäre, wenner solche gegen diese gute Reuterey hätte wollen in Gefahr sehen. Nun istzwar alles dieses der Wahrheit gemäß, ich wolte auch den Marschall de Du-Zweyter Theil,

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