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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII. IOI

vernünfftiger weise dencken sollen, daß des Feindes Reuterey ihm, zum agi-ren in den Gebürgen, nichts nußen konnte, mithin unsere Defenfive ihre Richtigkeit hatte, daferne nur unser Fuß- Volck jedesmahl auf so eine Art gestellet worden, daß es, so wohl wegen seiner Anzahl, als auch in Ansehung derguten Posten, darinnen es sicher stehen mögen, der Macht des feindlichen dieWage halten können, bis daß das übrige Fuß- Bolck hätte zusammen gezogen werden, und agiren mögen.

Aus demjenigen, was ich alleweile gefaget, siehet man nun, daß dieFeinde in dem Grunde von Piemont waren und wir unsers Orts den gesfaminten Rand darvon, von Nizza und dem Mittelländischen Meer bis anden Genffer See besetzen wolten. Sie hatten also Cafal hinter sich, Pignerolund Sufe aber unten an den Alpen, wie auch den ganzen limfang, welchendie Gebürge formiren, vor sich. Wir hingegen hatten die Piemonteser Ebene,die gesammte feindliche Armee, und Turin vor uns. Also war das unsererster Nachtheit, daß wir, zu Bewahrung dieses weiten Umfangs der Gesbürge, unser Fuß- Bolck in viele Hauffen zertheilet hatten, und unsere Reustercy allzuweit zurück stund, da immittelft alle feindliche Truppen beyfaminenwaren. Also daß der Feind, unerachtet er in der That, an Fuß- Volck, weitschwächer, als wir, war, nichts desto weniger allenthalben, wo er uns, mit gesfammter Macht, anzugreiffen belieben wolte, die Oberhand hatte, weil er dawenigstens etliche Tage lang zahlreicher, als wir, feyn konnte. Dieser Zu-stand war für den Herrn de Catinat so viel betrübter, weil die Gefahr, darein wir dadurch geriethen, nichts anders beygemessen werden konnte, als denFehlern, so wir, wieder eine kluge Defenfive, begangen hatten, immassenDeren gute Einrichtung die einzige Sicherheit ist, die man, gegen die unglück-lichen Begebenheiten, die sich in wenig Tagen zutragen können, zu nehmenUrsach hat.

Damit ich aber dasjenige, so ich alleweile vorgegeben habe, gebührenddarthue, so ist es erstlich gewiß, daß der Feind sich nicht anders, als mit seisner gangen Infanterie, vor Cafal begeben und diesen Ort belagern konnte,und wenn er gleich seine Reuterey, in der Piemonteser Ebene, vor uns ließ,uns den Eingang dahin zu verwehren, wenn wir unsere gange Macht zusamsmen gebracht hätten, und damit dieser Festung zum Entsag anrücken wolten,so ist doch auch sicher, daß diese Neuterey, so starcker, als die unsere, gegendes Königs Armee, mit gutem Erfolg, vorwärts nicht agiren konnte, sondernnur die Siten der Armee, auf den Marschen, suchen, oder hinter felbige gehen,und etwa die onvoyen wegnehmen müssen, falls diese genöthiget worden,dergleichen aus Pignerol kommen zu lassen, nachdem sie vorwärts marschiretgewesen wäre. Denn wie hätte sich diese Reuterey so nahe bey unserer gan-

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