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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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119
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII. 119

Das andere mahl, da der König Hülffs- Truppen abgeschicket, ist gewessen, als er dem Churfürsten von Maynz, aus dem Hause Schönborn, Bol-cker liehe, die Stadt Erffurt in Thüringen, so Chur- Maynz gehörig, zum Geshorsam zu bringen. Allein die bloffe Gegenwart unserer Truppen machte diesser Sache, zu des Churfürsten Vergnügen, auf einmahl ein Ende. DaherDenn diese Abschickung gedachter Truppen, welche doch keinen Krieg hervorsbrachte, alle Würckung thate, wie es nur dieser unser alliirter Fürst wünschenund verlangen konnte.

Der dritte Hülffs- Krieg, so auf diesen folgete, trug sich zu, als der Kö-nig, ohne Entgeld und auf seine Unkosten, dem Kayser ein ansehnliches CorpsTruppen bis in Ungarn zu Hülffe schickte, weil solcher damahls von den Tür-cken mit grosser Macht angegriffen ward. Allein ob man schon den GewinnDer Schlacht bey St, Gotthard, wodurch die Türcken gezwungen wurden wesnige Tage hernach Friede zu machen, der Tapferkeit der Königlichen Truppenzu dancken hatte, so bezahlete doch der Kayser diesen Dienst, weicher ihm, bey einerfür ihn so mißlichen Gelegenheit, geleistet ward, mit ziemlicher Undanckbarkeit,indem er nicht einmahl auf den blossen Unterhalt unserer Truppen, unter derZeit, da sie für ihn agirten, noch auch auf ihrem Rückmarsch nach Franckreich,Dieferwegen bedacht seyn wolte. Dieses Exempel machet wahr, was ich gedacht habe, daß nehmlich ein Fürst, wenn er seinen Zilliirten und Freund zuHülffe ziehet, mit diesem sich so wohl wegen der billigen Erhaltung, Sicherheit und Verpflegung der Truppen, als auch wegen der Schadloshaltungoder Wiederersehung der andern Gattungen von Hülffe, so er seinem Bunds-Genossen leistet, so viel möglich vergleichen muß. Ja der Kayser that dabeinicht anders, als wenn er diese Hülffe für eine Pflicht gegen das Reich undfür eine pure Schuldigkeit anfähe, weil der König Elsaß innen hatte, unerachtet doch dieses, durch den Münsterischen Friedens- Schluß, ganz von demReich abgesondert war. Dargegen aber mag ich wohl sagen, daß dieserSuccurs allzugroßmüthig und wieder die Grund Regeln, welchen man beyDergleichen Fällen zu folgen hat, gegeben ward: gestalt man es sich, in Franck-reich, leicht versehen konnte, daß der Kayser, welcher stets mit grossen Absichten umgehet, diese Hülffe, wie eine Schuldigkeit gegen das Reich, keines wegesaber als einen freywilligen Succurs, annehmen würde,

Der vierte Hülffs- Krieg ist gewesen, da der König abermahl Truppennach Candia, welches die Türcken belagert hielten, und den Venetianern ab-nehmen wolte, von freyen Stücken sandte. Dieser Succurs, welcher auf Seisten des Königs gans freywillig war, zielete blos auf die Erhaltung eines christ-lichen Staats wieder eine Macht, so diesem Nahmen entgegen ist. Er sei-nes Orts hatte kein besonderes Intereffe bey diesem Kriege, auffer den Ruhm,

daß