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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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133
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Historische und Militarische Nachrichten.

Cap. X. 133welche, nachdem sie von Mastrich und Lüttich weg gewichen, nirgends, alsin den Festungen an der Ober- Maas, Brod finden können, hätte gehensollen.

In dem Jahr 1674. stund der Pring von Condé, welcher des KönigsArmee in Flandern commandirte, bey der Commenthurey Piceton, als derPrick von Oranien, nebst dem Grafen Souches, welcher über die Kayferliche Armee das Commando führte, bey Seneff fein Lager aufschlug. Weilnun des Printen von Condé Armee weit schwächer, als der Feinde ihre, war,so hielten diese dafür, daß sie, wegen dieser ihrer Oberhand, die BelagerungDer Festung Tournai gar wohl vornehmen könnten. Ja der Feind war sovermessen, daß er sich schmeichelte, er könnte ohne Schwürigkeit bey Seneffaufbrechen und nach Binche marschiren, wenn er schon, im Anfang seinesMarsches, des Königs Armee die Seite blos gabe. Indessen hatte er durchzwey oder drey enge Oerter zu gehen, die durch kleine Ebenen von einanderabgesondert, jedoch bequem waren, ein ziemlich starckes Corps in sich zu fassen,und seinen Nachzug einzunehmen, falls dieser etwa angegriffen und über denHauffen geworffen werden solte. Hätte nun also der Prinz von Oraniendie Vorsicht gebrauchet, und einige Truppen in der ersten kleinen Ebene ge-lassen, damit sie dessen Nachzug, so in und hinter dem Dorff Seneff stund,einnehmen können, so ist gewiß, daß der Prinz von Condé nur gegen diesenNachzug, zu der Zeit, da sich derselbe angefangen zu bewegen und das DorffSeneff und die dahinter gelegene kleine Ebene zu verlassen, etwas unternehmen, feines weges aber die Truppen bis an den ersten engen Weg treibenkönnen. Allein der Feind war gedachter massen ziemlich vermessen, und derPrinz von Condé verbarg demselben, vermittelst einer kleinen Höhe, so überdem Dorffe Seneff war, seine gesammte Anstalt ihn anzugreiffen so wohl, daßer die besondern und klugen Betrachtungen über diese Landes Beschaffenheitauf die Seite setzte, und seinen Marsch nicht anders continuirte, als wenn dieColonne diese enge Derter nicht vor sich gehabt, und, von einem in der Nähestehenden Feind, deffen Bewegungen man nicht sehen konnte, gar nichts zubefürchten gehabt hatte. Der Prins von Condé machte sich also diesen Febler auf der Stelle zu Nus, und erhielte darauf denjenigen Erfolg, welcher,Durch die Schlacht bey Seneff, zu jedermanns Wissenschafft gelanget ist.

Dieses Erempel machet wahr, daß ein General um deswillen, daß erdem Feind an Macht überlegen, niemahls vermessen seyn, und die Betrachtungen, die er über das Land anzustellen, darein er seine Armee führet, oderdahin er sie marschiren låsset, aus den Augen setzen soll, es mag nun seinFeind in der Nähe seyn, oder er mag auch glauben, als wenn er noch so weitvon ihm entfernet wäre: angesehen sich dieses, wenn ein Feind wachsam ist.offt

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