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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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135
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Historische und Militarische Nachrichten.

Cap. X. 135gen, und sich nach Schlettstadt, so damahls noch nicht befestiget, gewendethätte. Denn wäre an diesem Orte, für seine Armee, ein Lager von ihm ein-genommen worden, so hatte er leicht gehindert, daß des Königs seine, versmittelst der Brücke zu Altenheim, nicht über den Rhein gehen können, weiles ihin leicht gefallen wäre, sich vor dieselbe mit seinen Truppen zu sehen. JaDie Königliche Armee würde, durch diese Bewegung, seyn genöthiget worden,den ganzen Rhein hinauf und bis nach Brisach zu gehen, wenn sie über gesdachten Fluß herüber gewollt hatte; allein auch in diesem Fall hatte der Gesneral Montecuculi Zeit übrig genug gehabt, mit seiner gesammten ArmeeBrisach gegen über zu rücken, und die dasige Brücke völlig ruiniren können,wenn er nur das Fort Mortier, so disfeit des Rheins das einzige FestungssWerck war, zuvor eingenommen hatte. Wenn diese Bewegungen, von eisnem General, der eine genaue Känntniß des Landes gehabt, geschehen wären,so würden sie denselben von ganz Elsaß, Lothringen und der Graffchafft Bursgund, zum Herrn gemacht haben, immaffen gar keine Truppen darinnen waren. Auch wäre ihm solches desto leichter zu vollstrecken gewesen, weil dieArmee, so eben damnabis des Marschalls de Crequi feine geschlagen, ohneWiederstand, in die drey Bißthümer gerücket wäre, mithin würden diesezwey conjungirte Armeen, zwischen der Königlichen auf der andern Seitedes Rheins, und derjenigen, so man etwa nachgehends hinter der Maas formisren können, zu stehen gekommen seyn; dieweil aber solches erst nach geraumerZeit geschehen mögen, so wäre diese mehr als hinlänglich gewesen, den VersLust Lothringens, und des Elsasses, ja vielleicht gar der drey Bißthümer zuverursachen.

Dieses ist eins von den mercklichsten Erempeln, welches uns überzeuget,wie unumgänglich nothwendig es sey, von den Ländern, darinnen man Kriegführen soll, eine genaue Kanntniß zu erlangen, nicht nur um die Armee herum, sondern auch weit hinein in das feindliche Land und in deffen inwendigenGegenden, damit man in dem Stande sey, eine glückliche Begebenheit sich, misVortheil, zu Nuh zu machen.

Hätte der Prinz von Oranien in dem Jahr 1678. die Beschaffenheit, inwelcher sich des Königs Armee auf der Heide bey Château- Cambrefis befand,und da den Bach st. Denis vor sich hatte, wohl gekannt, so hatte dieser Print,so sehr begierig er auch war ein Treffen zu veranlassen, und den Frieden, welcher bereits von Holland, von Spanien aber noch nicht, unterschrieben, dasdurch zu unterbrechen, nimmermehr die Abtey von St. Denis angegriffen,nach der er gesehen, daß wir selbige verlieffen, und die Truppen wieder aufdiese Seite des Bachs stelleten, auch würde er nicht hartnäckig drauf bestanden seyn, und mit uns haben fechten wollen, weil ein solches Treffen, für ihn,niemahls einen glücklichen Ausgang haben konnte,Wenn