Historische und Militarische Nachrichten.
Cap. X. 137mee, so bald sie uns auf dem Marsch sahen, bey Morette, über nur- gedachten Fluß gegangen, und hätten sich bey) Saluzzo, in die Ebene von Scarnefis,gelagert, würde es des Königs Armee gewiß sehr schwer geworden seyn,wenn sie über die Brompt und den alten Po- Graben gehen, und sich nachPignerol zu wenden wollen, ohne eine wichtige Schlappe zu bekommen. Jaes wäre ihr auch nicht möglich gewesen, daß sie, währender Zeit da sie sichbey Saluzzo aufgehalten, die Fütterungen, so in dem Lande, von Saluzzo anbis nach Foffano, waren, hatte holen können. Auch würde diese einzige Be-wegung den Herrn de Catinat gezwungen haben, die Besatzung zu Carmagnolenoch selbigen Tages zu verlassen.
Wenn der Marschall de Lorges, im Jahr 1692. das Land in der Gesgend Worms besser gekannt hatte, würde er den Landgrafen von Hessenbey Pfedersheim geschlagen haben, wie schon anderwärts ist gemeldet worDen.
Im Jahr 1694. verschaffte die grosse Kanntniß des Landes dem Marsfchall de Luxembourg die erforderten Mittel seine Märsche nach Flandern soeinzurichten und vorzubereiten, daß er dem Prinzen von Oranien darinnenvorkommen konnte, unerachtet erwähnter Prinz wenigstens vier Mårsche vordes Königs Armee vorweg hatte.
Hatte der Marschall de Villeroi in dem Jahr 1695. die Mehaigne inwendig so wohl gekannt, als sie dem Marschall de Luxembourg 1692. beskannt gewesen, so würde er, vermittelst des grossen und kleinen Lecks, dareingegangen seyn, und die feindliche Armee haben schlagen können, weil es derenLager an tüchtigem Grunde fehlte, und zu dem durch den hohlen Weg beyBoueffe sehr eingeschräncket war. Bey dieser Gelegenheit, darauf der Entssatz der belagerten Festung Namur beruhete, war dem Marschall de Villeroinicht so viel daran gelegen, daß er wuste, wie es um die Fronte des feindlichenLagers, das er angreiffen wolte, beschaffen wäre, als daran, daß ihm beskannt gewesen, wie das hinterste seines Lagers ausgesehen hatte: allermassendessen schlechte Ordnung von innen, da von der rechten zur lincken, mit derandern Linie, keine Communication vorhanden war, des Marschalls de Vil-leroi Vortheil eigentlich ausmachte, indem er seinen Angriff, nach seinem Gesfallen, einrichten, und den Ort, wo er vornehmlich seine größte Macht anwenDen wolte, nach Belieben, erwehlen konnte.
Wenn der Marschall de Catinat, im Jahr 1701. eine völlige Kanntnißvon dem Lande, zwischen der Etsch und dem Po, gehabt hätte, würde er seineTruppen nicht so sehr zertheilet haben, als er that, und hätte des Königs Ar-mee nicht in Gefahr gesetzet, einzeln Schläge zu bekommen, wie es, in demTreffen bey Carpi, bald geschehen wäre.
Zweyter Theil.
Hätte