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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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144 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XII.

ten der Republic Benedig jenseit der Etsch gehen solte. Allein dieser HauptFehler ist wenigstens auf Seiten des Hofs keiner Entschuldigung werth, weildieser die Beschaffenheit des Landes kennen, und wissen sollen, daß, wenn manso fort mit des Königs Armee bis an die enge Oerter in Tyrol und in demTridentinischen gieng, es dem Prinzen Eugenio unmöglich seyn würde, ausDiesen unwegsamen Orten, mit der Armee en Corps heraus zu gehen und denHerrn de Catinat anzugreiffen, weil diefer bey den Ausgängen vortheilhafftpostiret stünde, viel weniger aber würde diefer Pring, in einer Ebene, darinsnen er solcher gestalt nicht Herr gewesen, seiner Neuterey haben Unterhaltverschaffen können.

Cap. XII.

Das zwölffte Capitel.

Von den Märschen.

Ch habe, in meinen Regeln, von allen unterschiedenen Maniesren eine Armee marschiren zu lassen, bereits gehandelt, daherowerden sich meine Anmerckungen nur über dasjenige erstrecken, was ich vonden Generals habe vollstrecken sehen, und werde, nach den Lehren, so ich fest gesstellet, davon urtheilen.

Als zu Ende des 1673sten Jahrs der Marschall von Luxembourg Befehl von dem Könige erhalten, daß er die eroberten Oerter in Holland, bis anDie Maas, verlassen solte, und mit dem Hauffen Volcks, das er nach Franckreich zurück führete, bey Mastrich angelanget war, so vernahm er, daß sich derPrinz von Oranien, mit der ganzen Spanischen und Holländischen Macht,auf den grossen Damm gelagert hätte, wie nicht weniger, daß ein wichstiges Corps Kayserliche Reuterey zu ihm gestossen wäre. Solchemnach warder Feind an Reuterey viel stärcker, als er, und würde also nicht klug geshandelt gewesen seyn, wenn er sich, in einem ziemlich freyen und offenen Lande, mit seiner wenigen bey sich habenden Reuterey, hätte in Gefahr sehen wollen. Nun hatte zwar der Marschall von Schomberg ein Corps Reuterey,bey Charleroi, zusammen gebracht, und wolte dem Marschall de LuxembourgDamit entgegen gehen; allein es fiel etwas schwer, wie sich diese beyde Genesrals, zwischen denen der Prinz von Oranien stund, wieder dessen Willen, miteinander conjungiren konnten.

Bey dieser Gelegenheit war es also nöthig, den Feind, durch falsche Bewegungen, zu betrügen, damit man hinlängliche und genugsame Zeit bekäme,diese Conjunction der Reuterey des Herrn von Schomberg, mit dem FußBolek des Marschalls de Luxembourg, ohne Gefahr zu vollziehen. Umnun hierzu zu gelangen, so stellete sich dieser General, als wenn er nicht mehr,über Charleroi, nach Franckreich zu kehren willens, sondern daß er durch

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