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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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145
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XII. 145Condros und den Ardenner- Wald gehen, und solcher gestalt an die Maas gefangen wolte. Diese falsche Bezeigungen gaben nun dem Prinzen von Oranien Anlaß, daß er aufbrach, und bis gegen Huy und Namur gieng. Alleineben zu der Zeit, da dieses so erfolget war, rückte der Marschall de Luxem-bourg, bey Mastrich, plötzlich über die Maas, und gieng fort, bey Tongern,zu dem Marschall de Schomberg zu stossen, angesehen dieser zu dem Endeebenfalls angerücket war, also, daß sich diese beyde Generals mit einander con-jungirten, ohne daß der Prinz von Oranien sich darwieder sehen konnte.

Dieses Erempel giebet zu erkennen, daß die gute Aufführung eines Generals, auf seinem Marsch, ihm bey nahe stets die Gewißheit verschaffet, denselben glücklich zu vollbringen, und daß das Vorhaben, deshalb er solchen unsternommen, einen guten Ausgang gewinnen werde.

Weil hiernächst der schöne Marsch, welchen der General Montecuculi,einige Monathe vor diesem, davon ich alleweile geredet, gethan hat, und wieer sich dadurch von Würzburg an den Nieder- Rhein begeben, dem Prinzenvon Oranien Mittel dargereichet, Bonn zu belagern, und denn die KayserlicheArmee mit der Holländischen conjungiret hat, bereits anderwärts, als ich vonWegnehmung der Würzburgischen Convoy geredet, ihre Stelle gefunden hat,so will ich hier nicht abermahl etwas davon wiederum gedencken.

Hingegen wird mir das Jahr 1674. viele Erempel schöner Mårsche andie Hand geben.

Der erste darunter war derjenige, welchen Mr. de Turenne that, als eraus dem Ober- Elsaß, wo er, mit einem Theil seiner Armee, stund, und die ersoberte Grafschafft Burgund bedeckte, heraus marschirte, und ein Corps Trupspen schlug, welches die Feinde, bey Singheim, zwischen Philippsburg undHailbron, zusammen gebracht hatten. Dieser lange Marsch war, von demMarschall de Turenne, welcher nach und nach hatte Truppen nach der Phislippsburger Strasse rücken lassen, dergestalt geschickt und heimlich angestelletworden, daß der Feind angegriffen und geschlagen ward, ohne daß er vonden Bewegungen, welche dieser General zu mehrerer Beschleunigung seinesMarsches gemacht, vorhero einige Wissenschafft überkommen hatte.

Der andere schöne Marsch war derjenige, welchen der Prinz von Condémit des Königs Armee that, als er aus dem Lager bey Efpiéres aufbrach,und Oudenarde, so der Prinz von Oranien belagert hielt, entsetzen wolte.Dieweil aber die Armee nicht zeitlich genug anlangen mögen, daß sie auf dieHöhen, welche über der Circumvallations- Linie waren, gestellet werden können,so wolte gedachter Print nicht haben, daß man sich denselben näherte, damiter den Feind nicht unruhig machen, oder auf die Gedancken bringen möchte,aus seiner Linie heraus zu gehen und diese Höhen einzunehmen, weil gedachterZweyter Theil,A

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