146 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XII.
Entsatz dadurch weit schwerer wäre gemacht worden. Daher schickte sich diefer Prinz die ganze Nacht hindurch darzu an, ermeldete Höhen, mit anbre-chendem Tage, einzunehmen; doch verbarg ein sehr dicker Nebel die Erde, einwenig vor Tage, dergestalt, daß man den Abzug der feindlichen Armee nichtinnen ward, und also der Prinz von Condé die Frucht seiner schönen Bewe-gungen so gar verlieren muste, daß er nicht einmahl dem Nach- Zug der feindlichen Armee etwas abgewinnen konnte, indem der Graf von Souches, welcher die Kayserliche Armee commandirte, sich der Beschaffenheit des Landes sogeschickt zu bedienen wußte, daß er die Kayserliche Neuterey eine Wendung indie Krümme thun, und solche auf eine Höhe, die sich hinter des Königs Ar-mee befand, und nur durch einen kleinen Bach, so zwischen den beyden Höhenweglieff, davon getrennet ward, so fort in Schlacht. Ordnung stellen ließ.Dieser Gegen- Marsch einer Armee, von der es schiene, als wenn sie sich, einTreffen zu vermeiden, zurück zöge, war so sinnreich. daß der Prinz von Con-dé, wieder seinen Nach- Zug, nichts vornehmen durffte, weil er auf solchennicht anrücken konnte, daferne er dem Grafen von Souches, der so gestellet war,die Seite nicht blos geben wolte.
Der dritte schöne Marsch war, in diesem Feldzug, derjenige, welchen derMarschall de Turenne, zu Ende des Monaths Decembr. des Königs Armeethun ließ, als dieser General aus den Winter- Quartieren, die er in Lothringenzu nehmen sich gestellet hatte, heran rückete, und über Tannes und Befort, indie Quartiere der feindlichen Armee, so ungemein stärcker, als seine war, undfelbige in Ober- Elsaß ruhig zu behalten glaubte, zu fallen bedacht war, wie erdenn solche auch, nach vielen Gefechten, zwang, daß sie dieselben verlassen undandere, auf jener Seite des Rheins, suchen musten.
Gleichwie aber die Quartiere, welche die Armee des Marschalls de Tu-renne inne hatte, sehr weit von einander lagen, iedoch insgesammt unten anden Bergen, so zwischen Elsaß und Lothringen sind, so hatte dieser grosse General an alle seine Quartiere Ordre zum Marsch geschicket, als wenn sie sich,zu mehrer Bequemlichkeit des Unterhalts, weiter ausbreiten, oder die Winster- Quartiere in der Grafschafft Burgund nehmen, und diese neu eroberteProving, weil sie mit den Quartieren, welche die Feinde in Ober- Elsaß ein-genommen, allzu sehr benachbart, bedecken solten. Indessen nahmen alleMarsch- Routen, welche der Marschall de Turenne feinen Truppen überschickethatte, allen den Wegen, die er, in Elsaß wieder zu gelangen, nehmen wolte,gerade gegen über ein Ende, so, daß alle Truppen, ohne selbst etwas davonzu wissen, sich auf den beyden allgemeinen Sammel- Plagen, bey Tannes undBefort, zugleich einfanden, darauf aber fortmarschirten, und in Elsaß einsdrangen, denn auch in die verschiedene Quartiere der Feinde einfielen, so, daß
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