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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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151
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XIII. 151

ihm eine Zeit geben, dadurch er, seinem Herrn zu Diensten, einen groffen Vor-theil erlangen kan.

Das andere Lager, welches gefährlich schiene, war dasjenige, welchesich den Marschall de Turenne in dem Jahr 1675. habe einnehmen sehen. Diesfer General stund an der Ranchen, welche ihn von der feindlichen Armee, soDer Fürst Montecuculi commandirte, absonderte. Der Marschall de Tu-renne wolte den Feind zwingen, daß er das Land zwischen dem Rhein undDem Würtembergischen Gebürge verlassen solte. Gleichwohl konnte er sol-ches, durch ein Treffen, dahin nicht bringen, weil der Feind ein allzu vor-theilhafftes Lager hatte, daher muste er allerdings auf ein Mittel bedacht seyn,wie er ihn bewegen möchte, aus diesem Vortheil sich heraus zu machen. HätteDer Marschall de Turenne diese Veränderung des Orts versuchen, und, mitfeiner ganzen Armee, an der Ranchen hinan marschiren wollen, würde Mr.de Montecuculi unfehlbar neben ihm hergegangen seyn, weil er allzu nahestund, als daß er diese Bewegung nicht hätte wissen sollen. Daher hättedieser Marsch, an der Ranchen hinauf, zu der Vollziehung seiner Absicht,gar nichts würcken mögen, sondern es muste da allerdings ein unversehenerMarsch angetreten werden, dadurch der General Montecuculi, zum wenigstenauf eine kurze Zeit, ungewiß seyn möchte, worauf es mit dieser Bewegung eigentlich angefehen wäre.

Dieses richtete aber der Marschall de Turenne auf nachfolgende Artzu Werck. Er schickte den Grafen du Pleffis mit der ganzen andern Linieab, mit Ordre, daß er, durch Moraste, welche die feindliche Armee innenhatte, marschiren, und auf deren lincken sich lagern solte. Diese Bewegungschiene der ganzen Armee gefährlich, wäre es auch in der That gewesen, wennMr. de Turenne, dessen Lager in des Feindes Gesicht war, nicht darinnengeblieben, und dadurch verwehret hätte, daß der Feind nicht hinter den MarschDer andern Linie gekommen wäre. Dieses machte also, daß der GeneralMontecuculi die Ankunfft der andern Linie jenseit der Ranchen anfänglichfür eine starcke Parthey, so von der Armee abgegangen, ansahe, weil er derenGezelte insgesammt vor den Augen hatte. Gleichwie aber Mr. de Turennenicht minder wohl urtheilte, daß diefe Ungewißheit, darein gedachte BewegungDen General Montecuculi gefeßet hatte, nur einige Stunden dauren dürffte,nach diesem aber solche andere Linie in Gefahr stünde, von der gesammten feindlichen Armee angefallen zu werden, so brach dieser gefchickte General gleichmit einbrechender Nacht selbst auf, damit die Dunckelheit dem Feind dieKanntniß von dem Aufbruch seiner gangen ersten Linie benehmen möchte, undstieß, in Ansehung der Zeit seines Marsches, mit der andern, so richtig zusam-men, daß diese andere Bewegung dem Feind abermahl unbekannt blieb, und