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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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152
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152 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XIII.

er sich bereits an dem Hinter- Theil des Lagers des Grafen du Pleffis befand,als der Herzog von Lothringen, mit einem Theil der feindlichen Armee, dieWachten anzugreiffen begunnte. Daher als dieser Fürst gleich zu Anfangdes Treffens, von einigen Gefangenen, vernommen hatte, daß der Marschallde Turenne, mit der übrigen Armee, angelanget wäre, so war er nur darauf bedacht, wie er sich wiederum zurück ziehen möchte, welches er jedoch nichtanders, als mit Verlust, werckstellig machen konnte.

Dieses Erempel giebet zu erkennen, daß die Lager, welche in den Augender gemeinen Leute das Ansehen haben, als wenn sie noch so verwegen ein-genommen wären, durch die kluge Vorsicht und Geschicklichkeit des Generals,der sie, auch wohl nur mit einem Theil seiner Armee, einnimmt, dennoch ihreSicherheit erlangen; weil er die Zeit, die ihm mit seinen übrigen Truppenanzulangen nöthig ist, wie nicht weniger wie lange seine andere Bewegungseinem Feind verborgen bleiben kan, gar wohl beurtheilet und überleget hasben wird.

In dem Jahr 1692. meynete der Adminiftrator von Würtemberg, erkönnte, bey unserer Armee, die bey Pforzheim stund, gar wohl in der Nähebleiben. Dieser Fürst hatte einen Hauffen von fünff tausend Pferden her-bey geführet, das Würtembergische zu bedecken, und hatte sich dergestalt gelasgert, daß sein lincker Flügel bis nahe an Enswahingen gieng, und seine gan-Be Fronte mit einem ziemlich moraftigen Bach bedecket war, sein rechter aberstieß an ein zugemachtes Dorff, welches an dem Bach lag, und in welches ereinige Dragoner geleget hatte. Solcher gestalt hielt er sich wohl gesichert, oderglaubte doch, daß er wenigstens so viel Zeit haben würde, entweder sein Lasger aufzuheben und sich nach Hailbron zu ziehen, oder über die Ens zu gehen,falls des Königs gesammte Armee auf ihn zu marschiren solte. Nichts dessto weniger bekam er in diesem Lager Schläge, weil man oben über seinemrechten Flügel durch den Bach sezen konnte, welches unserer Reuterey Mittelan die Hand gab, ihn in der Seite anzugreiffen.

Diese Begebenheit wird um deswillen angeführet, damit man allenOfficiers, welchen anbefohlen wird, eine feindliche Armee, mit einem HauffenReuterey, in der Nähe zu beobachten, bestens zu erkennen gebe, daß sie nie-mahls ein Lager aufschlagen müssen, weil es zu viel Zeit brauchet, esaufzuheben, wenn eine stärckere Armee auf dieses Corps los gehet und es anagreiffen will; vielmehr sollen sie stets im Stande bleiben, das Piquer so fortan sich zu ziehen, wenn ein Hauffe, so ihnen überlegen ist, auf sie anrücket:Denn man mag sich in dem Posten, wo man sich mit der Fronte hingelegethat, so sicher achten, als man wolle, so gehet man dem ungeachtet drumherum, und greiffet ihn in der Seite an, woferne man nur ein wenig über den

selben