158 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XIV.
Teutschen ihren, vorhanden. Diese gehen bey nahe allemahl wickwärts aufFütterung, und nachdem ein ieder insonderheit etwas davon von nöthen hat; dasHer verderben die Marsche der Geleite und der Futter- Knechte nicht auf einmahtein grosses Land, wie solches sich bey uns nicht selten zutråget. So habenauch die Teutschen noch eine andere Manier, ihre Fütterung vorwärts im kleisnen zu holen, und ich achte solche wegen der guten Würckungen, so dieselbehervor bringet, allerdings sehr hoch. Sie gehen offt mit einem starckenHauffen Reuterey, nach der Beschaffenheit des Landes, darinnen sie Kriegführen, von ihrer Armee ziemlich weit heraus: dieses Corps laffet, feiner Si-cherheit halber, verschiedene kleine Partheyen voraus marschiren, können abervon den unsrigen nicht weit getrieben werden, weil sie ihre Zuflucht zu ihrem grossen Hauffen nehmen. Solches vorausgerückte Corps befördert nun,ja versichert auch so gar die Hinwegnehmung der Fütterungen, welche sie imFleinen und ohne Verwüstung derselben vollbringen; auch erhält sich diesesCorps, mittler Zeit da es auffen ist, von den Fütterungen, die allzu weit vonDer Armee entfernet, als daß sie abgeholet werden könnten, und nimmt nochwohl dazu grosse Bunde davon mit, wenn es wiederum in das Lager keh-
ret.
Nicht weniger ist der Teutschen Gebrauch des Heckerlings, wenn dieArmeen auf trocken Futter ausgehen, in Ansehung des Aufgangs, überaushaushältlich: wenn der Neuter nur ein wenig Getreide darunter menget, soist sein Pferd wohl gefüttert, und das Land kan es viel länger aushalten, weilalles, was es hervor gebracht hat, zum Nutzen der Armee verwendet wird, dasher denn diese, ihren Unterhalt zu erlangen, desto wenigere Bewegungen inaschet, und mithin die Pferde ihrer Neuterey und Equipages nicht so sehr mit-nimmet.
Der erste Gebrauch, die Fütterungen nicht auf einmahl, sondern ruck-weise abzuholen, ist, daß man diejenigen, welche hinter einem sind, zuförderstaufzehret, ehe man die vorwärts und auf den Flügeln befindlichen angreiffet. Auch bleiben diese lettern desto länger frisch, weil, durch den Marsch derGeleite und der Futter- Knechte, keine davon verderbet werden, wie ich bereitsoben erwähnet habe. Der andere Gebrauch, wenn man nehmlich sich desHeckerlings bedienet, macht, daß die trockenen desto länger dauren. Auch hasben wir stets aus der Erfahrung wahrgenommen, daß unsere Feinde sich in eisnem Lande viel långer, als wir, erhalten, so gar, daß sie auch ohne Ungemachdarinnen bleiben, wenn sie schon nach uns hinein kommen, und daß wir vondar heraus gehen, in der Meymung, wir hätten es bereits ganz und gar erschöpffet.
Das