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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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159
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XV. 159

Cap. XV.

Das funfzehende Capitel.

Von den Convoyen oder Zufuhren.

Egen der Zufuhren, so des Proviants halber geschehen, habeich nur eine Anmerckung zu machen, nehmlich daß ich sage,daß die Teutschen Armeen der ordentlichen Darreichung des Brods besserentbehren können, als unsere, welche also fort in eine grosse Noth gerathen, sobald ihnen das Brod nicht ordentlich, ja gar voraus, gereichet wird. DerTeutsche Soldat, den man an diese Unrichtigkeit, in der Austheilung desBrods, gewöhnet hat, sparet dasselbe unaufhörlich), dahingegen der Frangos,welcher zu dieser Richtigkeit gewohnet ist, gar offt einen Theil davon, entwesDer aus Liederlichkeit, oder aus Faulheit es auf den Marschen zu tragen, zuverkauffen pfleget. Dahero solte ich nicht glauben, daß eine grosse Schwürigkeit zu besorgen wäre, wenn man von dieser genauen Ordnung ein wenigabgienge, und den Soldaten unvermerckt dazu gewöhnete, daß er in diesemStück vorsichtiger würde.

Gleichwie aber die Löhnung im Felde, so an Gelde gegeben wird, inFranckreich allzu unmäßig geringe ist, so wolte ich, daß, wenn man das Brodnicht in Natur liefern mögen, man solches dem Soldaten an Geld gåbe, undzwar auf eben dem Fuß, wie es der König ihm sonst an seinem Sold abzusbrechen pfleget. Diese Sorgfalt würde, meines Erachtens, eine gute Würckung thun, welche etwa die wäre, nehmlich daß der General, wegen gewisserBewegungen, die bisweilen schlechter dings nöthig, nicht allzu sehr eingeschräncket wäre, angesehen er dieselbe offt deswegen nicht unternehmen darff, weil erimmer in Furchten stehen muß, daß es mit der Austheilung des Brods für dieArmee nicht richtig zugehen möchte.

Die Teutschen haben bey den Compagnien kleine Mühlen, und wenndas Getreide reif ist, so mahlen sie Mehl, und backen Brod daraus. DerFrangos hingegen sammlet wohl viel Getreide ein, allein er wendet es übelan. Der Neuter giebet seinem Pferd zu viel davon und alle verkauffen csden Marcketennern, ja auch so gar den Proviant- Meistern, welche ihre Brod-Karren Damit beladen, wenn sie von der Armee ledig zurück und an den Ortgehen, wo das Brod gebacken wird. Daher erachte ich gänglich, daß wennDer König den völligen Werth des Brods, so in Natur nicht aufgieng, baarbezahlen ließ, bey nahe die gesammte Reuterey zum wenigsten, von dem Brod,das sie selbst gebacken, ihren Unterhalt haben würde. Und solte das nicht eingroffer Vortheil seyn, wenn man die Geleite der Convoyen ersparete, indemsolche weder so groß feyn, noch so offt gebrauchet würden, zumahl zu solchenJahrs- Zeiten, da die Wege böse werden?

Diesem