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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap.XV.

Diesem guten Gebrauch kan man nur eine einzige Urfach entgegen stel-len, ob wohl eben diese dazu helffen solte, daß selbiger eingeführet würde.Solches ist der Gewinn, welchen der Proviant- Meister an den nicht vollstän-digen Lieferungen, die er zu thun gehalten ist, wie nicht weniger an der anGeide geleisteten Bezahlung des Brods hat, welches er auffer dem in Naturhergeben solte, massen er den Generals, wenn sie, wegen ihres Brods, Abrechnung mit ihm halten, zum allerhöchsten nur zwey Drittheil von dem Werth,den er von dem Könige erhält, und den Truppen nur die Helffte giebet. Diesfer Mißbrauch ist desto gröffer, weil dieser Profit ganz in des Proviant- Meissters Beutel gehet, da doch solcher ausser dem genug an seinem allgemeinenContract verdienet.

Die Zufuhren der Kriegs- Nothdurfft und des Proviants für die Ar-meen, die Belagerungen verrichten, sind unumgänglich nöthig. Die Anstalten, welche von den Kriegs- Ministern, und von den Generals, die der Kösnig zu Vollziehung seiner Absichten gebrauchet hat, chedeffen gemacht worden,felbige mit Sicherheit zu vollbringen, sind dermassen wohl eingerichtet gewessen, daß ich bis auf das Jahr 1708. keine Gelegenheit finde, über diese Masterie einige Anmerckungen zu machen. Allein die Aufführung, welche man,unter währender Belagerung der Festung Nyffel oder Lille, beobachtet hat,giebet mir betrübten Anlaß, die schlechte Sorgfalt in Betrachtung zu ziehen,welche man gehabt hat, solche Hindernisse auszudencken, dadurch die Zufuh-ren der Feinde leichtlich und zwar dergestalt gestöhret worden, daß ihnen diesesverwegene Vornehmen unmöglich hätte gelingen können. Damit man abersolches besser begreiffe, will ich zuförderst sagen, wie der Zustand und die Ein-richtung der Armeen beschaffen gewesen, als die Feinde die Belagerung dieserFestung vor die Hand genommen haben..

Nach dem Treffen bey Oudenarde hatte sich die Armee des Herzogs vonBurgund hinter den Canal gezogen, welcher von Brügge nach Gent gehet,damit sie diese beyde grosse Städte bedecken möchte, und der Graf de la Mo-the commandirte ein abgesondertes Corps an der Meer- Seite, die Convoyenzu befördern, weil solche nunmehro zu unserer Armee nicht anders, als vermitstelst des Canals von Nieuport nach Brügge gelangen konnten. Der Marsschall de Berwick aber, der, wie ich schon anderwärts gedacht, erst nach demPringen Eugenio in Flandern ankommen mögen, hatte sein gesammtes Fuß-Bolek in die Festungen im Hennegau, an der Schelde, und in dem Atrechtischen, gehen lassen, und er selbst stund mit seiner Reuterey hinter der Scarpe.Der Feinde Haupt- Armee, so der Herzog von Marlborough commandirte, warhingegen bis an Menen gerücket, und des Prinzen Eugenii seine lag nachDer Dendre zu, die Festungen in Brabant zu bedecken. Solche Bewandniß

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