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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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161
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XV. 161nun hatte es mit der Stellung der beyden Armeen seit dem Treffen bey Oude-narde bis auf den Tag, da Syssel berennet ward.

Inzwischen konnte man leicht dencken, daß der Feind, mit der blossenKriegs- Nothdurfft und Artillerie, so er in Tenen hatte, ein so grosses Werckanzugreiffen nicht vermögend wäre, auch hat man eine sehr geraume Zeit langgesehen, daß er, auf der grossen Schelde, eine überaus wichtige Menge Kriegs-Nothdurfft und Artillerie aus Holland kommen ließ: indem dieser ansehnliche Vorrath von Brüffel bis vor Lille nur zu Lande gebracht werden konnte.Gleichwohl liegen diese beyde Städte zwey und zwanzig Weilen von einander,und man sahe, daß unsere Feinde, zu Überbringung ihrer Kriegs- Nothdurfft,fieben bis acht tausend Wagen zusammen kommen liessen, dem ungeachtet aberbachte man nicht einmahl daran, wie man diese Versammlung der Fuhrwerckehindern wolte, welches also der erste Fehler gewesen ist.

Nachdem nun solche Fuhrwercke zusammen gebracht und beladen worden, begaben sie sich auf den Weg, und mußten zum wenigsten eine Reihe vonfünff Meilen machen, hatten aber von Brüssel aus bis an die Dendre zu ihrer Bedeckung weiter nichts als ein Corps von vierzehen bis funffzehen tausendMann. Wie kan man nun begreiffen, daß der Feind diese lange Reihe, ineiner so grossen Weite, hatte so wohl bedecken können, daß unsere Armeen, gegendiese Convoy, nichts unternehmen mögen? Das wird kein vernünfftigerMensch in Ewigkeit begreiffen. Von der Dendre bis an die Schelde warddas Geleit von solcher Convoy mit einem abgesonderten Corps Reuterey vonder Armee des Herzogs von Marlborough verstärcket, so daß diese Zufuhr ohne alle Ungelegenheit an der Schelde ankam, und dem Feind Mittel an dieHand gab, die Belagerung der Stadt Nyffel anzufangen. Nichts desto weniger mochte diese Zufuhr so groß seyn, als sie wolte, so konnte sie doch demFeind weder genugsamen Proviant, noch sonst Nothwendigkeiten genug über-bracht haben, eine so wichtige Belagerung zu vollenden, auch würde er sischerlich genöthiget worden seyn, von seinem Vorhaben abzustehen, wenn wirnicht noch andere Fehler die Menge begangen hätten, ihm die Vollziehung sei-nes Vorhabens desto möglicher zu machen.

Unsers Orts aber ist nachfolgendes verrichtet worden. Unsere HauptsArmee gieng aus dem Lager bey Lovendeghein weg, ließ nur ein Corps FußVolck in Gent, und marschirte an die Dendre, wo die Armee des Marschallsde Berwick zu ihr stieß. Von dar marschirten diese beyden Armeen nachyDornick, wo sie über die Schelde giengen, mit dem Vorfah, daß sie Ryffel,durch ein Treffen, entsegen wolten. Mittlerzeit gab man, wegen Mangel anNeuterey, nicht achtung auf die Convoyen, so etwa aus Brüssel kommenkonnten, also, daß viele kleine davon daher kamen, und allesammt in dem LaZweyter Theil.

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