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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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162 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XV.

ger vor Ryssel anlangten, ohne daß jemahls ein einziger Wagen davon weg-genommen worden ware, welches auf unserer Seite ein sehr wichtiger Man-gel der Aufmerksamkeit gewesen ist.man

Als sich des Königs Armee, ohne mit den Feinden gefochten zu haben,von der Marque zurück gezogen, und man den Entschluß gefaßt hatte, selbigezu zwingen, daß sie die Belagerung, wegen Mangel an Kriegs- Nothdurfft,nicht vollenden könnten, sondern dieselbe aufheben müsten, so formirte manden grossen Zirckel, davon ich schon anderwärts Erwähnung gethan habe.Der Herzog von Burgund und Mr. de Vendôme hatten mit der Haupt- Ar-mee das Atrechtische, die Scarpe, und das Land von Dornick bis nach Gentinnen: der Graf de la Mothe besorgte den Zirckel bis nach Gent, und in demCentro dieses Zirckels war die gesammte Macht unserer Feinde, die mit allemFleiß bemühet war, sich Proviant und Kriegs- Nothdurfft zu verschaffen. Ausdieser neuen Stellung der Armeen siehet man, daß die Feinde aus Brüsselnichts mehr erhalten konnten; allein sie dachten auch nicht einmahl ferner daran, sondern waren nur beforget, sich aus dem Arrechtischen und unsern Herrschafften zu ernähren, welches man ihnen niemahls schwer zu machen suchte.Neben dem fannen sie sich aus, daß sie dasjenige, was ihnen an Kriegs-Nothdurfft fehlte, über Oftende kommen lassen, und die Belagerung vorRyffel vollenden wolten, massen es ihnen zum öfftern da an Pulver so sehr ge-fehlet hat, daß sie vielmahl eine wichtige Anzahl Tage hingebracht, und nichteinen einzigen Stück- Schuß gethan haben.

Doch war es unsern Feinden nicht schwer, ihre Kriegs- Nothdurfft nachOftende hinzuschaffen, angesehen die Capers von Dunkirchen die Überfulren aus Holland und Engelland im mindesten nicht stehreten; allein das schienevon einer unüberwindlichen Schwürigkeit zu feyn, nehmlich wie man dieseMunition aus Oftende heraus bringen, und auf Wagen bis nach Leffingen,so ihnen der Graf de la Mothe wegnehmen lassen, oder bis an den Rand derUberschwemmung, welche das Wasser aus dem Canal bey Nieuport machte,ficher führen, darauf über die Überschwemmung und den Canal in Schiffenwegkommen, auch Fuhrwercke am Rande der Überschwemmung zu dem Auf-laden gedachter Munition bereit halten, und solche nachgehends vor Ryffelschaffen wolte.

Der Graf de la Mothe, welcher feit funffzehen oder sechzehen Jahren,zu Vpern und Brügge, stets gebrauchet worden, und verfolglich das Landkennen solte, hat sich allen demjenigen, was sich die Feinde ausgesonnen, ihreConvoyen aus Oftende zu überkommen, nicht einmahl wiedersehet. Gleichwohl wäre es ein sehr leichtes gewesen, sich der Schansen Plaffendael undNieuverdam, ja Nieuport selbst, nuslicher zu bedienen, als er gethan hat,

das