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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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196 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXIV.

In dem Jahr 1677. überfiel dieser General die ganze Armee des HerzBogs von Sachsen- Eisenach, auch war die Würckung hiervon so gar wasbesonderes, daß solche wohl eine umständliche Beschreibung werth ist.

Der Herzog von Eisenach war, bey Hünningen, in Gegenwart desHerrn de Montclar, ungerochen über den Rhein gegangen, glaubte daher, daß er, vor eben dem General, an der Kinge bey der Kehler- Schanke,ebenfalls stehen könnte, und zwar zu der Zeit, da der Marschall de Crequiseine Armee wiederum nach Teutschland führte, und des Kaysers seiner, welcheDer Herzog von Lothringen commandirte, immer auf der Seite gieng, nach-dem dieser Fürst vier ganger Monathe vergebens sich bemühet und versuchethatte, entweder in sein Land, oder in Champagne, über die Saar, die Moselund die Maas zu gelangen. Dieser Fürst kam also wieder in Nieder- Elsaß,jedoch hatte ihn der Marschall de Crequi, durch sein kluges Verhalten, gesnöthiget, daß er, in gedachte Proving, nicht anders, als von der Pfals her,gelangen mochte, wodurch ihm denn der Marschall viele Marsche abgewonnen hatte.

Indem nun immittelst der Herzog von Eisenach, auf nur gemeldeteArt, stund, hielt er dafür, daß er sicher warten könnte, bis die Armee desHerzogs von Lothringen der Stadt Straßburg so nahe gekommen, daß er ungehindert zu derselbigen zu stoffen im Stande ware; allein der Marschall deCrequi, der munterer, als er, war, gieng mit einem Theil seiner Armee überden Rhein, und ließ den andern disfeits diesem Fluß, weil er da, wegen derEntfernung der Armee des Herzogs von Lothringen, einige Tage in Sicherheit stehen konnte, marschirte darauf an die Kinge mit so grosser Behendigekeit, daß der Herzog von Eisenach, der in den Gedancken stund, er hätte nurdas Corps, welches Mr. de Montclar commandirte, vor sich, so nahe übersfallen ward, daß er den gänzlichen Verlust seiner Armee zu vermeiden sich gezwungen sabe, durch die Kehler- Schantze zu gehen, und sich in eine Inful indem Rhein, Straßburg gegen über, zu werffen, kam auch von dar nicht ansders wieder heraus, als durch einen Paß für ihn und seine ganze Armee, denihm der Marschall de Crequi gab, und selbigen nur mit einem einzigen Trompeter begleiten ließ.

Die Furcht, welche der Marschall de Crequi hatte, die Regierung zurStraßburg, so damahls noch eine freye Reichs- Stadt war, möchte den Herzog von Eisenach wiederum in Elsaß geben lassen, woselbst er zu dem Herzogvon Lothringen gestoffen, und mithin deffen Armee, welche, durch den Verlust.und die Beschwerlichkeiten des damahls vollbrachten Feldzugs ziemlich gesschwächet, um ein grosses würde verstärcket worden seyn, war demnach dieUrsach, welche den Marschall de Crequi nöthigte diesen rühmlichen Paß zu

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