Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXV. 197
ertheilen: folcher war in Terminis abgefaßt, welche dem Herzog von Eisenachallerdings in dem Herzen wehe thun musten, angesehen unser General ihm,krafft deffen, vergonnete, mit seiner ganzen Armee einen gewiffen Weg zu ziehen und wiederum nach Teutschland zu kehren, mit ausdrücklichem Verbot analle Officiers, Reuter und Musquetiers von des Königs Armee, daß niemandsich unterstehen solte, dem Herzog von Eisenach oder seiner Armee, auf ihrerHeimreise nach Teutschland, einigen Schaden zu thun oder einige Hindernißin den Weg zu legen.
Aus diesen beyden Exempeln siehet man, daß gefaget werden kan, eineArmee sey auf mancherley Art überfallen worden. In dem ersten Exempelist die Armee des Marschalls de Crequi überfallen worden, weil sie ist zufechten gezwungen worden, ohne daß sie dieses weder zuvor gesehen, nochgewolt habe: massen solches zu einer Zeit geschehen, da ihre Reuterey aufFütterung ausgegangen, und die Pferde von ihrer Artillerie zu einer Convoygebrauchet worden. In dem andern siehet man eine Armee, die überfallenworden, weil die Armee, so ihr entgegen gestanden, eine Verstärckung anTruppen erhalten, ohne daß sie die mindeste Wissenschafft davon gehabt habe.
Daher kan ich, in Ansehung dieser Materie, den Schluß machen, daßeine ganze Armee nicmahls überfallen wird, ausser wenn derjenige, so dieselbecommandiret, vermessen oder nachläßig ist, und der ihm entgegen stehende Gesneral hingegen sich der Wachsamkeit befleißiget.
Ich habe, bey andern Gelegenheiten, Armeen gesehen, welche gar leichthätten völlig ruiniret und überfallen werden können, weil sie sich übel gesetzethatten. Auch wurde mir das Jahr 1693. viele Exempel zu dieser Materie darreichen, daferne mich der Marschall de Villeroi in den Stand gesetzet hätte, diesselben hier anzuführen.
Das fünff und zwanzigste Capitel.
Von Uberfallung der Übergänge über Flüsse, und derDurchgange an engen Dertern.
Cap. XXV.
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Amit ich, durch Erempel, erweise, daß meine Grund Resgeln in dieser Kriegs. Verrichtung einen guten Fortgangzu haben sicher find, so will ich hier erzehlen, was ich in dergleichen Fall inÜbung fegen sehen, oder was ich selbst, mit gutem Erfolg, practiciret habe.
Als die Holländer, in dem Jahr 1672. ihre Festungen an dem Rhein,in sehr wenigen Tagen, eingebüffet hatten, und wahrnahmen, daß des Kinigs Armee an die Yfe!, oder Iffel, marschirte, so verschanzten sie deren Ufer,und verderbten, oder glaubten sie verderbten die Furthen von Campen bis nachArnheim, machten sich auch die Rechnung, daß sie, mit ihrer Reuterey, die
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