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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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202 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXV.

sich, gegen alle widrige Zufälle, so darzwischen kommen mögen, auf dasallervorsichtigste zu verwahren suchen, weil ein einziger davon vermögend ist,einen solchen Strich durch die Rechnung zu machen, daß ein Anschlag mißlingen muß.

Das Jahr 1708. giebet mir, in Ansehung der Materie dieses Capitels,zu guter letzt noch ein Erempel, wie nicht weniger eine Anmerckung an dieHand, welche von grosser Wichtigkeit ist. Es betrifft solches den Übergangdes Prinzen Eugenii über die Schelde bey Berckeim, welcher den Verlustder Citadelle zu Ryffel schlechter dings verursachet hat. Ich habe schon an-derwärts gedacht, daß der Herzog von Vendôme, mit seiner mächtigen Aramee, um Ryffel herum einen grossen Kreiß gefchloffen hatte. Er sagte voraus,daß der in dem Centro dieses unbeschreiblich groffen Zirckels stehende FeindDie benöthigten Lebens- Mittel und Fütterungen, die ganze Zeit über, da dieBelagerung gemeldter Festung Ryffel währte, nicht erlangen, die erforderteKriegs- Nothdurfft auch, weil dieser Zirckel um und um bewacht wäre, vonauffen her nicht bekommen könnte, und wenn ihm nun also, wegen iegt gedachter unentbehrlichen Nothwendigkeiten, sein Anschlag auf Ryffel mißlungen wäre, so würde der Print Eugenius, aus offt- gedachtem Kreiß, ohne ineinen Haupt- Zufall zu gerathen, nicht leicht gelangen können.

Dieses gesaminte Voraussehen war, nach meinen Principiis, durch undDurch falsch und unrichtig. Ich habe solches hinlänglich erwiesen, als ichvon der Beschaffenheit des Defenfiv Kriegs in Piemont geredet habe, ist alsoleicht auf gegenwärtige Exempel zu appliciren. Eben fo habe ich, wie ich vonWegnehmung der Convoyen meine Gedancken eröffnet, deutlich gezeiget,daß die vorgefaßte Meynung von diesem Zircfel, in Ansehung der Belagerung Ryffei, falsch gewesen sey, so viel die Kriegs- Nothdurfft betrifft, welche die Feinde aus Offende geholet, als sie keine mehr aus Brüssel bekomsmen können.

Zwar weiß ich wohl, daß man mir, in Ansehung der Application aufmeine Materie von dem Übergang über die Flüsse, fagen wird, daß meineAnmerckung nicht richtig sey, indem der Herzog von Vendôme keine Schulddaran gehabt, daß die Convoyen aus Oftende stets glücklich übergekommen,und daß man solchen Fehler dem Herrn de la Mothe allein beymessen muß.Ich gestehe dieses; daß aber der Herzog von Vendôme geglaubet habe, erwürde sich, vermöge der Einrichtung feiner Posten längst der Schelde vonDornick bis nach Gent, zeitlich genug haben zusammen ziehen, und sich andem Ort, wo der Feind seinen Haupt- Anfall thun würde, entweder unterder Bedeckung der Stadt Oudenarde überzugehen, oder anderwärts seineBrücken über die Schelde zu schlagen, mit Nachdruck wiedersehen können,

Daffelbe