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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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210
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210 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXIX.

Dern, von der Mehaigne bis an den Demer angeleget, ist es nicht glücklicherabgelauffen, ob solche gieich, von der gesammten Armee des Königs, unter demCommando des Marschalls de Villeroi, befeßet gewesen sind. Als der HersBog von Marlborough die Linien gegen der Mehaigne angreiffen ließ, so saleman diese Finte nicht anders an, als wenn er seine Absicht würcklich auf Na-mur gerichtet hatte. Man begab sich also dahin, da indessen die Feinde, mitHülffe der Nacht, auf das Quartier des Herrn de Roquelaure, welcher aufdem lincken Flügel der Armee stund, behende anrückten, und von dar, ohneeinigen Wiederstand, in die Linien einbrachen.

Bey dieser Gelegenheit hat der Marschall de Villeroi einen Entschlußgefasset, der von des Marschalls de Villars seinen beyden, die er in Flandernund Teutschland genommen, und davon ich ieko geredet, allerdings unterschie-den gewesen ist. Man wolte da den ganzen Border- Theil der Linie bewah-ren, und mithin war die Armee zertheilet und auffer dem Stande, einem Feindeine tüchtige Fronte entgegen zu stellen, welche den allgemeinen Anfall, daraufer sich gegen einen kleinen Theil der Armee gefaßt gemacht, auszuhalten vermogend gewesen wäre. Daher als der Feind in die Linie gedrungen, so befander sich allenthalben stärcker, als was ihm entgegen stehen konnte, indem er dieArinee auf solche Maaffe getrennet hatte, und weil man sich demselben von for-nen fernerhin nicht wiedersehen konnte. Auch war die Unordnung sehr groß:denn wie die Armee solcher gestalt getrennet worden, so zog sie sich bey nahefliehend zurück hinter die Dill, und ließ also dem Feind ein grosses Land gantund gar, da er doch, wenn keine Linien da gewesen, zum höchsten weiter nichtsthun können, als daß er, in Ansehung der Fütterung, dasselbe nur eine Zeitlang, mit unfrer Armee, hätte theilen, keines weges aber sich darinnen fest se-gen mögen.

Bey diesem unglücklichen Exempel von Linien, so mit einem wichtigenVerlust und grossem Nachtheil, in Ansehung der Fortsetzung des Krieges,überstiegen worden, weil man solche auf ihrer ganzen Fronte vertheidigen wollen, treffe ich abermahl die Gewißheit meiner Regeln an, nehmlich daß eshöchst- gefährlich für einen General sey, wenn er dieselben auf solche Art zu ershalten gemeynet ist.

Nun kommen auch Linien, die ein Land zu bedecken angeleget worden,dabey man iedoch Absichten gehabt, so von denjenigen, davon ich bis hiehergehandelt, gant unterschieden sind, werde daher solche etwas weitläufftiger vorzustellen suchen, damit ich zeigen möge, daß diese Art von KriegssVerrichtungen, bey gewissen Umständen, weislich angewendet werden kan.

In dem Jahr 1709. ward der Marschall de Villars, welcher die Armeein Flandern commandirte, wegen des Verlusts der Festung Ryffel, so in dem

vors