212 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXIX.
wolte: gestalt wir in dieser Festung den wenigen Proviant und Kriegs- Nothdurfft, so man noch zusammen bringen können, liegen hatten. Um nun zuverwehren, daß der Feind nicht über den Pont- Avendin heraus kame, undihn nöthigte die Deule entweder zu Haut- Bourdin oder über Nyffel zu paffi-ren, so machte er einige Wercke vor den Pont- Avendin, und ließ da Mr.d'Arraignan mit dem lincken Flügel seiner Armee. Damit er aber auch hin-dern möchte, daß der Feind nicht etwa von den Posten, welche er an derScarpe hatte, übergienge so verjagte er felbigen von Hannon, nahm die Ab-tel) zu Marchiennes cin, lich von der Scarpe bis nach Denain an der SchelDe Linien ziehen, ftellete seinen ganzen rechten Flügel dahin, und blieb für seinePerson in der Nähe bey Douai, damit er, in Ansehung seines rechten undlincken Flügels, auf gleiche Art bey der Hand wäre.
Diese Einrichtung war gut, weil sie den groffen Ungelegenheiten vorbauete, und der Marschall de Villars hat recht gehabt, daß er zu AnlegungDer Linien, ein Land zu bedecken, seine Zuflucht genommen, indem er sich aus diesfen Linien kein Haupt- Werck gemacht, und bey deren Anrichtung keine ande-re Absicht gehabt, als daß er so viel Zeit gewinnen möchte, damit er seinegesammte Armee zusammen ziehen und den Feind angreiffen könnte, ehe erüber den Hauffen geworffen würde. thun
Seit dem Verlust der Festung Mons hat man in eben dem Jahr 1709.nunmehro neue Linien angeleget. Dieses sind diejenigen, deren lincke anValenciennes stoffet, und die rechte an Barlemont an der Sambre, wo sie durchden Mormaler Wald gehen, von Barlemont aber sind dieselben längst derSambre fortgeführet, und fassen Maubeuge, Thouin, Marchiennes bey derBrücke, und Charleroi in sich. Der erste Theil folcher Linien von Valen-ciennes bis Barlemont scheinet am Flugsten ausgesonnen, weil solcher le Quesnoi in seinem Centro findet, und also eine Armee, welche auf die Vertheidisgung ihrer Linien ihre Absicht gerichtet, desto leichter Gelegenheit haben würde, sich beysammen zu halten und die Linie zu behaupten.
Jedoch hat solche zwey wichtige Fehler, davon der erste ist, daß sieCondé im Stich last, so daß man dem Feind ferner nicht verwehren kan, diesfen Ort, nach seinem Gefallen, mit einer Obfervations- Armee, zu belagern,sich zwischen den Fluß Honneau und die Linie zu sehen, und die belagerndeArmee, mit guten Circumvallations- Linien, zu umgeben, auch über die HayneBrücken zu schlagen, damit beyde Armeen zusammen gelangen können. Derandere Fehler dieser Linie ist, daß sie Maubeuge unbedeckt låsset, indem siefich auf Barlemont, durch den Mormaler- Wald, herum lencket, also daß,wenn der Feind, nachdem er über den Honneau gegangen, vor dem Theildieser Linie, so zwischen Valenciennes und le Quefnoi ist, ankäme, und sich,
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