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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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214 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXIX.

Diese Art von Linien ist nachgehends auch bey unsern Feinden bekanntworden. Daher ließ Print Louis von Baden, im Anfang dieses Kriegs,eben dergleichen machen, seine Marggrafschafft zu bedecken. Auf der rechtenstieß solche an den Rhein, war mit Morästen und dem verschanzten Dorff Bihel bedeckt; auf der lincken aber gieng sie an den Berg, so mit vielem grobenGeschütz und guten Schantzen versehen war. Nun sind dieselben wohl einigeJahre, von den Generals, bey den Königlichen Armeen in Teutschland, re-spectiret worden: wie man aber auf ihrer lincken Seite um dieselben herumgehen wollen, sind sie von den Feinden verlassen worden.

Werden auch die Linien, welche der Kayser hat anlegen lassen, NiedersDesterreich und Mähren gegen die Streiffereyen der rebellischen Ungarn zubedecken, nicht alle Tage mit Gewalt überstiegen, und dringen da nicht sogar ganze Hauffen Rebellen zu Pferd hinein, ohnerachtet solche zum Angreiffengar keine Tüchtigkeit befizen?

Damit ich aber meinen Anmerckungen über diese Art von Linien, so manangeleget, ein Land wieder die Streiffereyen zu bedecken, oder zu hindern, daßes Contribution geben müsse, oder auch eine Armee darein zu schliessen, miteinem Wort ein Ende mache, so darff ich wohl sagen, daß solche nirgendsin Ansehen kommen mögen, als bey einem General, dessen Verstand ziemlicheingeschränckt, und der nicht weiß wie er nahe bey seinem Feind, vermittelstDer Lage und Tüchtigkeit eines erwehlten Poften, in Sicherheit stehen, undselbigen dergestalt in den behörigen Schrancken halten soll, daß er nicht gezwungen werden mag, wieder seinen Willen zu fechten, über dem auch glaubet, er wäre in stetiger Gefahr, wenn er zwischen seinem Feind und ihm keineaufgeworffene Erde siehet.

Auch haben wir niemahls gesehen, daß der Prinz von Condé und derMarschall de Turenne, die beyden gröften Capitains des vorigen JahrhunDerts, nur jemahls daran gedacht haben, auf eine solche Art Krieg zu führen.Gleichwohl waren dieselben sehr geschickt, und hatten in Kriegs- Sachen eineweit höhere Einsicht, als alle Generals zu ihrer Zeit. Diese grosse Leute haben gar offt den feindlichen Armeen, ohnerachtet diese starcker, als die waren,so sie commandirten, ganze Feldzüge hindurch, ziemlich nahe gestanden, undfolchen, ohne Linien, verwehret, in unser Land zu dringen, indem sie sich vordenselben ganz nahe sehen lassen, und dieses einig und allein vermittelst dererwehlten Posten, die sie einzunehmen gewust haben. Eben so hat der Marschall de Crequi, der, wie ich anderwärts gedacht, gegen den Herzog vonLothringen, schwere Feldzüge ausgehalten, von dem Gebrauch der Liniennichts gewust. Kurtz, der Marschall de Luxemberg, welcher diesen grossenMännern in dem Commando der Armeen gefolget, und wieder dessen Mey-

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