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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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222 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

Die Bequemlichkeit der Candle und der Überschwemmung, die Mate-rialien, so zu Verschanzungen erfordert werden, leicht fortzubringen, gab demPringen von Oranien Mittel an die Hand, auf dem Damm an dem altenRhein, in wenig Stunden einen Abschnitt und eine gute Verschanzung zumachen, die Brustwehr an seiner Verschangung mit Palisaden und Sturm-Pfalen zu verwahren, und Stücken dahin zu pflanzen. Ja er ließ auch sogar viele andere Abschnitte und Verschanzungen zwischen den ießt gedachtenund Woerden anlegen, um dem Herrn de Luxembourg, wenn er ihn angreiffen wolte, desto mehrere Schwürigkeiten zu verursachen. Über dies trug ernicht wenigere Sorgfalt für den Canal, so von Camerick herkommet und ganznabe bey Woërden in den alten Rhein fällt, immassen er den Damm davonan drey Orten verschanzete.

Nichts desto weniger begieng er, bey aller dieser Anstalt, zwey Fehler,davon der erste war, daß er das Dorff Harmelin nicht einnahm, woselbsteine Kirche mit einem guten Gottes- Acker war, Mr. de Luxembourg auch daeinen Posten von so. Mann hielt, die Communication, zwischen Utrecht undWoerden, gegen die feindliche Besatzung in Oudewater, zu versichern.

Wäre diese Kirche, so auf der lincken des alten Rheins lag, mit einemCorps Fuß- Volcks und Geschütz besetzet gewesen, würde es dem Herzog vonLuxembourg sehr schwer gefallen seyn näher an Woerden zu rücken, daferneer nicht gedachte Kirche eingenommen, oder mit Stücken niedergeschossen hatte, welches aber viel Zeit wegnehmen und den Herzog von Luxembourg insDessen hindern können, sich Weerden besser zu nähern.

Der andere Fehler, welchen der Prinz von Oranien begieng, war, daßer die Brücke, so in dem Dorff Camerick über den Canal gieng, weder besegen noch abbrechen lassen; gestalt dieses dem Herzog von Luxembourg Mitstel an die Hand gab, die Verschanzungen, so an dem Canal waren, von for-nen und auf den Seiten anzugreiffen, indem er sich in die Überschwemmunghinein machte.

Als der Herzog von Luxembourg zu Harmelin, mit seinen Truppen,angelanget, war es noch nicht Nacht, so daß er die Verschansungen an demalten Rhein recognofciren konnte. Immittelst hielt er davor, daß selbige vonfornen her sehr schwer zu erobern waren, ließ daher, so bald die Nacht herein-gebrochen, nur feine Dragoner vor diesen Verschanzungen, mit Befehl, diePosten ziemlich laulich anzugreiffen, wenn sie hören würden, daß er diejenisgen, so gedachter massen auf dein Damm des Camerickischen Canals waren,anzufallen bemühet wäre.

Solchemnach marfchirte dieser General, mit seinem gesammten FußBolck, nach Camerick, ohne daß der Prinz von Oranien von diesem Marsch,

welcher