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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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225
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 225

angegriffen und in Unordnung gebracht werden solten? Wie konnte man sicheinbilden, daß eine so gemeine und bekannte Vorsicht, aus Vermessenheit, oderUnwissenheit, solte verabsäumet werden?

Dieser Fehler bekräfftiget meine Regeln, daß man keine einzige nöthigeSorgfalt, seine beschloffene Bewegungen in Sicherheit zu setzen, iemahls versfäumen foll; auch thut derselbe klärlich dar, daß im Kriege auf die allergesringste Nachläßigkeit gar verdrüßliche Dinge folgen können: allermassen diebloffe Nachläßigkeit des Feindes den ersten unwegsamen Ort hinter seinemNachzug zu besetzen die wahre Ursache dieser groffen Begebenheit gewesen,indem ausser solcher Unachtsamkeit zum höchsten weiter nichts dürffte geworden seyn, als ein sehr geringes und kurzes Gefecht mit einiger Reuterey voneinem Nachzug, damit man weiter nicht, als bis an gedachten engen Ort, hat-te gehen können.

Von der Einrichtung der Armee vor dem Treffen, will ich nichts sagen:selbige stund in dem Lager, wo man, aus Vorsicht, nur den General- Marschgeschlagen hatte. Auch waren, auf dessen Ordre, von dem lincken Flügel sei-ner Armee nur die Truppen, mit welchen er den feindlichen Nachzug angreiffen wolte, wenn dieser aufbrechen und der Colonne der Armee folgenwürde, abgegangen und über Seneff auf die andere Seite, und auffer desFeindes Gesicht, gerücket; allein dieser trat seinen Marsch ohne alle Vorsicht an.

Wegen der verschiedenen Lagen und Einrichtungen befindet sich zwischendem Treffen bey Woerden und dem bey Seneff ein groffer Unterschied. Dasbey Woerden war gedachter massen ein Gefecht, welches an einem Ort undwieder ein auf einem Damm verschangtes Corps vorgenommen ward, dabeyauch alle Vortheile einen glücklichen Ausgang zu erreichen, auf der Stelleselbst, wo das Treffen, so vor Tages seinen Anfang nahm, vorgegangen,mit besonderer Klugheit sind ergriffen worden. Das bey Seneff hingegengienge erst frühe um acht Uhr an, und ob wohl der Pring von Condé an eisnem Ort stund, von dar aus er, mit anbrechendem Tage, den Marsch derfeindlichen Armee anfangen und deren Nachzug sich stellen sahe, so hat er dochnicht zuvor sehen mögen, daß von dem Fuß- Volck, welches auf dem Marschdieser Colonne hinten nachzog, einige Bataillons bestimmet waren, den vorder-ften engen Ort zu befehen und den Nachzug aufzunehmen. Daher hat er denFehler, welchen die Feinde zu begehen im Begriff stunden, nicht eher erkennenmögen, als bis er schon würcklich begangen war, und sich also auf ein allgemeines Treffen nicht gefaßt machen können, weil seiches vernünfftiger weisenicht von der Art seyn solte.

Das Treffen bey Seneff ist demnach eine Vereinigung vieler grossenGefechte gewesen, die nach einander an einen Tage längst der Colonne einerZweyter Theil.

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Armee,