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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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229
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 229

Dargegen marschirte Mr. de Turenne seines Orts in voller SchlachtOrdnung auf den Feind los, und das Treffen gieng auf der ganzen Fronte,frühe um acht Uhr, unter einem entsetzlichen Regen, an, auch war der Boden dergestalt mit Wasser eingeweichet, daß Menschen und Pferde nicht anders alsmit groffer Mühe auf den Feind los gehen und an denselben gelanger: konnten.Der Erfolg von dem ersten Angriff war auf der Fronte der Linie nichteinerley.Der lincke Flügel von der ersten Linie der Reuterey von der Königli-chen Armee ward von dem rechten der feindlichen über den Hauffen geworffen, doch ward solcher durch die Bewegung, welche die andere Linie vorwärtsmachte, dergestalt beschüßet, daß der Feind dadurch aufgehalten und genöthigetward, den Platz unserer ersten Linie wiederum zu verlassen, wodurch denn diesse Zeit bekam, sich wieder in Ordnung zu stellen.

Das Centrum des Fuß- Volcks von der Königlichen Armee brachte esso weit, daß das feindliche etwas weniges von seinem Plaz einbuffete, jedochsonder einigen mercklichen Vortheil, immaffen es sich, wegen Unordnung deslincken Flügels, der noch nicht wiederum hergestellet war, so weit hinausnicht wagen durffte, über dem auch der Regen demselben nicht gestattete dieMusquete zu gebrauchen, weil das Fuß- Volck zur selbigen Zeit noch mit keinen Flinten versehen war.

Der rechte Flügel der Königlichen Reuterey behauptete seinen Platz, ohneerachtet das Masqueten- und Stücken- Feuer, so aus dem Holt, welches dentlincken feindlichen Flügel bedeckte, heraus kam, sehr starck war, so lange bisMr. de Turenne, nachdem er der Unordnung seines lincken abgeholffen, gesmeldetes Holz von dem ganzen Fuß- Volck seines Hinterhalts angreiffen ließ,welches denn den Feind, nach einem sehr langen und gar hartnäckigen Gefecht, von dannen heraus trieb. Solcher gestalt ward nun diese Beschirmung des feindlichen lincken Flügels zu der Bedeckung unsers rechten, und verursachte zugleich, daß der Feind, auf der Fronte der Wahlstatt, nicht wenigPlatz einbuffete. Gleichwohl waren die Müdigkeit der Mannschafft und derPferde, wie nicht weniger das von dem Regen eingetranckte Erdreich auf demman sochte, die unüberwindlichen Ursachen, welche hinderten, daß die gangeLinie nicht anrücken und der Schlacht den gänglichen Ausschlag geben konnte. Daher als die Nacht eingefallen, ehe die Truppen Zeit gehabt, ein wesnig auszuruhen, obgleich der Regen gegen neun Uhr aufgehöret, und dasWetter sich aufgekläret hatte, der Feind in der Nacht, die sehr finster war, Gelegenheit nahm, seine Wahlstatt, nebst einigen Stücken, zu verlassen, und sich)nabe bey Straßburg zu ziehen, damit ihn der Marschall de Turenne nichtmehr erreichen könnte.

Ob nun wohl bey dieser Begebenheit es so weit nicht gekommen, daßfolche

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