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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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230
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230 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

solche den Sachen einen gänzlichen Ausschlag geben mögen, so brachte sie demMarschall de Turenne dennoch den Nahmen der Ober- Macht eine Zeit langzu wege, und hielt den Feind so lange in den Schrancken, bis daß dessen erwarteter Succurs bey ihm angelanget war.

Dieses Erempel machet demnach meine Regeln wahr, und erweiset, daßin den Schlachten die Verlassung der Wahlstatt, ohne groffen Verlust anMannschafft, offtmahls grössere Vortheile verschaffet, als die blutigsten Treffen, welche nichts ausmachen: gestalt mit einem Wort vielleicht niemahls eineordentliche Feid- Schlacht, und darinnen die ganze Fronte getroffen, wenigerentschieden worden, als die bey Hinsheim, und dennoch eine mercklichereWürckung hervorgebracht habe, ob gleich deren Wahlstatt verlassen worden.Treffen beyDie Treffen bey Mühlhausen und Colmar, welche der Marschall deMühlhaus Turenne zu Ende des 1674sten und im Anfang des folgenden Jahrs, wiederfen und Col- Die vereinigte Kayserliche und Chur- Brandenburgische Macht, erhalten, werdenmar 1674. mir schöne Materie zu Anmerckungen über die Art, wie diese wichtige Begebenheiten zu wege gebracht worden, an die Hand geben.

Nachdem die Armee des Churfürsten von Brandenburg sich mit derKayserlichen conjungiret hatte, so befand sich das feindliche Kriegs- Heer übersechzig tausend Mann starck. Daher war Mr. de Turenne, der selbiger nichtzwanzig tausend würcklich beysammen hatte, fernerhin nicht im Stande, denFeinden die Besitzung des platten Landes in Elsaß streitig zu machen; nurallein war er bedacht, eine genugsame Anzahl Fuß Volck in Philippsburgund Brisach zu laffen, damit er nicht zu fürchten hätte, daß etwa die Feinde,in selbiger späten Jahrs- Zeit, deren Belagerung vornehmen möchten. Alsdieses aber geschehen, zog er sich mit dem Überrest seiner Armee, über Saverne,in das Teutsche Lothringen, woselbst er seine Truppen in gute Quartiere verstheilete, um sich von den Beschwerlichkeiten ihres langwierigen Feldzugs wieDerum bestens zu erholen, so daß es das Ansehen hatte, als wenn er blosauf die Ruhe dachte, und die Feinde mithin ihres Orts ebenfalls darzu anszureizen gemeynet wäre. Allein diese verstellte Ruhe bedeckte den Marschder Truppen, welche man von der Armee in Flandern, nach geendigtemFeldzug in selbigem Lande, abgehen ließ, massen solche nur deswegen in Bewegung zu seyn schiene, daß sie die Winter Quartiere in Lothringen bezieshen und diese Proving bedecken wolte, als welche von der groffen Armee, sodie Feinde in dem Elsaß hatten, mit einem Einfall bedrohet wäre.

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Die Feinde hingegen machten sich, wegen des Marsches dieser Truppen,ihres Orts keine Unruhe: ihre zahlreiche Menge hielt sie ab, von Seiten derArmee des Marschalls de Turenne etwas zu befürchten, so schiene ihnen auch

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