Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 237
Hierbey ist zu mercken, daß es wieder alle Regeln lieff, daß ein Hauffezu Fuß den Nachzug der ganzen Armee, so lange als solche von Sasbach aufgebrochen, abgeben solte. Daher man unschwer siehet, daß dieses FußVolck, von dem Feind, weiter keine Nachricht zu geben wuste, als es mitfeinem Gesicht gehen konnte, auch vermochte dasselbe von gedachtem Feind,den es seit der Zeit, da es über die Kinzig gegangen, nicht einmahl gesehen,als es bey dem Schutter- Fluß ankam, und die Brigade von Champagne daselbst antraff, dieser nicht den mindesten Bericht zu erstatten, unerachtet selbige auf solches da wartete, und es nicht allein ablofen, sondern auch, bey demÜbergang über den Rhein, den Nachzug von der gesammten Armee abgebenfolte. Solchemnach war, in dem Augenblick, da Mr. de Montecuculi dieBrigade von Champagne, welche jenfeit an dem Ufer des Schutter- FlussesDas Gewehr niedergeleget, mit seiner ganzen Armee angriff, die andere Linieschon fast ganz auf diese Seite des Rheins herüber, und die erste stund zwischender Schutter und der Brücke, sonder einige Ordnung zum Fechten, angesehenfelbige nur still hielt und wartete, bis man ihr Nachricht gåbe, daß die andereLinie und die Bagage vollends über den Rhein herüber waren.
Der Feind fieng also an die vorliegende Brigade de Champagne wegszuschlagen, und woferne er diesem glücklichen Erfolg recht muthig nachgefeszet hätte, so ist gewiß, daß die erste Linie des Fuß- Bolcks nicht würde Musse gehabt haben, das alleweile niedergelegte Gewehr wiederum zu ergreiffenund anzurücken, um sich längst dem Bach hinzustellen, wie sie dieses, ohne Or-dre von einiger Generals- Person, zu thun beflissen war.
Solcher gestalt ließ die Behutsamkeit des Generals Montecuculi, welcher der Brigade von Champagne über den Bach nicht wolte nachsehen lassen,che er die Beschaffenheit auf der andern Seite behörig erkannt hätte, demFuß- Volck von der ersten Linie zu gutem Glück so viel Zeit, daß es das Uferdes Bachs einnehmen und befehen konnte. Daher als dieser feindliche General sich nachhero ausgebreitet, und nach Formirung der Linie auf des Ko-nigs Armee los gienge, so traff er da einen so groffen Wiederstand an, daßer dieselbe niemahls dahin bringen konnte, das Ufer gedachten Bachs zu verslaffen.
Da nun vor dem Anfang dieses Treffens unsers Orts nicht die mindesteAnstalt gemacht, und die Truppen von der ersten Linie von keinem Generalangeführet worden, sondern sich nur an den Bach allenthalben hingestellet,wo sie wahrgenommen, daß der Feind an einem Ort überzugehen geneigtwäre, so hatte sich der lincke Flügel von der Linie, über dasjenige, so er von derfeindlichen Fronte sabe, nicht ausgebreitet, also, daß er den Plak zwischendem äussersten Theil der Fronte, die er sahe, und einem alten Damm desRheins
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