Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 239daß iemand besorget war, den rechten Flügel vollends in Schlacht- Ordnungzu stellen, oder einen Entschluß zu fassen, entweder zu fechten, oder sich zurück zu ziehen.
Diese Uneinigkeit zwischen den Häuptern, so eine gleiche Macht hatten,ist ebenfalls die Ursache, so Anlaß gegeben, daß die Armee, drey gantzer Tasge, sich von Sasbach nach Altenheim, und zwar in so schlechter Ordnung,wie es geschahe, zurück zog, über dies auch diese ganze Zeit über nicht diemindeste Anstalt gemacht, zu erfahren, was der Feind etwa für Bewegungenvornahme. Ja es ward in diesen dreyen Tagen, da dieser Marsch währete,nicht einmahl eine Parthey von funffzig Reutern auscommandiret, damitsie, hinter diesem Nachzug zu Fuß, in einer geziemenden Weite bleiben undNachricht einziehen möchte, was auffer dem Gesicht ungefähr vorgehen könnte. Daher es geschahe, daß dieser Nachzug zu Fuß, so von Sasbach bis andie Schutter eben der geblieben, und von keinem andern Corps abgelöset worden, nicht in dem Stande war, einige Nachricht von dem Feind zu geben, alser die Brigade von Champagne antraff. Diese solte bey der Armee, die überdie Altenheimer Brücke gieng, den Nachzug abgeben; allein diefelbige genoß,bey ihrem gestreckten Gewehr, einer stillen Ruhe, als sie von der gesammtenfeindlichen Armee unversehens angefallen und geschlagen ward. Eben solche3wietracht bewegte Mr. de Vaubrun, daß er die andere Linie von der Armee,nach der Maaffe, als sie ankam, über den Rhein gehen ließ, ohne daß Mr. deLorge auch nur ein Wort davon wuste, oder ihm selbst bekannt gewesenwäre, wie weit des Königs Armee von des Feindes seiner stünde; gleichwohlwar es nöthig zu wissen, wenn man urtheilen wolte, ob man es getrost wa-gen könnte, einen Theil der Armee jenseit eines Flusses, wie der Rhein ist, ohnegenugsame Vorsicht wegen dessen Sicherheit, lassen könnte, mittlerzeit dader andere Theil über diesen Fluß über eine einzige Brücke gienge.
Die andere Anmerckung, so bey dieser Schlacht zu machen, ist, daß zurselbigen Zeit die Truppen, von den gemeinen Officiers, besser commandiretworden, als es in dem gegenwärtigen Kriege geschehen ist. Kan man derTapfferkeit der Truppen und dem kühnen Verhalten der besondern Officierswohl ein herrlicheres Lob nicht beylegen, als wenn man dasjenige, was beyden grossen Treffen in diesem Kriege erfolget, mit demjenigen, so in der Alten-heimer Schlacht geschehen, in Vergleichung ziehet, immassen da der Anblickeiner so grossen Gefahr, darinnen sich eine einzige Linie einer Armee, derenNachzug geschlagen worden, sehen muste, weiter keine Würckung hervorbrachte, als daß er die Officiers und Soldaten aufmunterte, sich mit Ruhmdaraus zu wickeln, und die Unfähigkeit der Ober Häupter, durch ihre besherzte Aufführung, zu ergången? Da war kein einziger Hauffe, der auf et-
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