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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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244 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

rey von dem ganzen lincken Flügel der feindlichen Reuterey angegriffen ward,und so gar unter das Feuer des Fuß- Volcks gerieth, so daß selbige, in grofferUnordnung, und mit ziemlich wichtigem Verlust, wieder über die Brücke zugehen gezwungen ward. Doch so bald diese Unordnung wiederum abgestel.let, und der rechte Flügel difseit der Brücke verbessert worden, so suchte man,auf der ganzen Fronte der Linie, mit zusammengesetzten Kräfften, überallüber den Bach zu geben. Des Königs Bruder auf dem Centro des Fuß-Volcks, und Mr. de Luxembourg auf dem lincken Flügel brachten es dahin,daß die Truppen, so den Bach besetzt hielten, deffen Ufer verlassen musten,also daß die ganze Fronte bey nahe zugleich über offtgemeldeten Bach gieng,und der Feind seine Wahlstatt, die schon gedachter massen auf dem erhabenen Platz war, auf einmahl zu verlassen gezwungen, auch bis über Cassel hin-aus verfolget ward.

Aus der Erzehlung, wegen der Bewegung unsers rechten Flügels, sozur Unzeit vorgenommen worden, hat man zu lernen, daß, wenn zwischen zweyenArmeen, die zu fechten gemeynet, die Fronte nicht ganz und gar frey und lesdig ist, man an dem Ort der Fronte, so nicht frey, nicht anders, als zugleichund zu eben der Zeit angehen müsse, da man gegen die freye Fronte anrücket:weil der Erfolg des Angriffs, so gegen die ledige Fronte gethan wird, die Armee in den Stand sehen muß, den freyen Platz, der ihr von dem Feind überslaffen worden, zu ihrem Vortheil zu gebrauchen, indem sie sich entweder aus-breitet, damit sie ferner nicht nöthig habe, diesen beschwerlichen Theil der Fronteanzugreiffen, oder aber daß sie sich herum lencke, oder dem Feind, der allzuwohl postiret ist, als daß er von fornen angegriffen werden könne, in dieSeite gehen möge. Daher war es von dem Marschall d' Humieres eingrosser Fehler, daß er sich mit seinem rechten Flügel, aus Ungedult, so sehrvertiefet und eingelassen hatte, ehe das Centrum und der lincke Flügel in demStande waren, den rechten zu beschirmen, immaffen ja ein Theil davon schonüber den Bach, vermittelst einer Brücke, gegangen und auf diese Maasse vonder Armee getrennet war, che noch die Linie hinlänglich formiret, so daß sie,auf der gangen Fronte der Armee, einen gleichen Ansah thun können.

Der Fehler, den der Prinz von Oranien begieng, und dem Gewinnder Schlacht den Ausschlag gab, war seine schlechte Einrichtung zu dem Fechten. Ich habe bereits gefaget, daß der Platz auf des Feindes Seite, nachDer Maasse da er von dem Bach abwiche, immer höher ward, und an einf-gen Orten mehr oder weniger mit Zäunen inngeben war. Da nun der Pringvon Oranien in der Abficht ankam, daß er schlagen und eine Festung entfezenwolte, so hätte er die Schlacht zu erst liefern und den Angriff nicht erwartensollen. Seins Einrichtung hatte so müssen beschaffen seyn, daß ihn solche in

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