Schlacht
nis 1678.
246 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.
Das Jahr 1678. reichet mir dar das Erempel der Schlacht bey St. Denis,bey St. De- welche ihren Nahmen blos daher bekommen hat, weil die beyden Armeen inder That einander gegen über in Schlacht Ordnung stunden. Denn imGrunde war es nur ein grosses Gefecht bey der Abtey St. Denis und bey demVorwerck Cafteau Immassen die beyden Armeen den gangen Tag hindurchnur Zuschauer desselbigen Gefechts abgaben, indem es nicht möglich war,daß sie es zu einem allgemeinen Treffen bringen konnten, weil sie durch denBach St. Denis daran verhindert wurden: angesehen dieser zwischen zweyenHöhen wegfleußt, welche nur einen engen Grund übrig lassen, und bey naheallenthalben so beschaffen, daß man sie nicht betreten kan.
Man hat gar wahrscheinlich geglaubet, daß die Spanier den Prinzenvon Oranien bewogen hatten, daß er den Frieden, welchen die Holländer,mit Franckreich, zu Nimågen geschlossen, durch eine glückliche Begebenheit,zu stöbren suchen solte, ehe die Spanische Plenipotentiarien solchen Tractat-unterzeichnet hatten; und man hat versichert, daß dieser Print, ehe er zu tref-fen angefangen, bereits gewust habe, daß der Friede unterschrieben wäre.Auch ist solches gar wahrscheinlich, weil Mr. de Luxembourg bereits, durchMr. d' Eftrades, daven Nachricht gehabt: angesehen dieser, so von seinemVater, dem Marschall d' Eftrades, ersten Plenipotentiario des Konigs aufdem Congress zu imagen, abgeschicket worden, Sr. Maj. den Tractat zuüberbringen, ihm solches hatte wissen lassen, als er durch Charleroi gegangen war.
Gieng nun die Absicht dahin, daß der Print von Oranien den Friedenhindern und die Mittel fuchen wolte, ein allgemeines Treffen zu veranlassen, sokan man sagen, daß er solches nicht als ein geschickter General anfieng. AusDemjenigen, was ich alleweile von dem Stande der beyden Armeen gefagethabe, ist leicht zu urtheilen, daß es schlechter dings unmöglich war, zu einemHaupt- Treffen zu gelangen, wenn sie es auch beyderseits begehret hätten:indem keine von den beyden Armeen hätte ihren vortheilhafften Poften verslieren, und in einer langen Reihe ihren Feind aufsuchen wollen, massen sieDenselben an dem Rand der Höhe, in deren Grund der Bach Sr. Denis, Todie beyden Höhen, auf welchen die zwey Armeen nurgedachter massen inSchlacht- Ordnung stunden, von einander sonderte, seinen Lauf hatte, würdepostiret gefunden haben. Solchemnach konnte der Prinz von Oranien, wenner aus der Absicht ein Haupt- Treffen veranlassen wolte, daß, durch dessen erwünschten Ausgang, der alleweile unterschriebene Friede rückgängig werdensolte, in der That keinen glücklichen Erfolg hoffen: denn ob es gleich dieserPrint so weit gebracht hatte, daß er bey der Abtey St. Denis und bey Ca-eau das Fuß- Bolck, so gegen St. Denis disseit des Bachs stund, und das
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