Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 251
General, welcher seinen Feind darauf erwarten will, auch so gar mit allerSorgfalt erwehlet worden, dennoch so eben, so frey, oder so gleich nicht seynkan, in Ansehung der vortheilhafften Lage, daß ein geschickterer General nichtMittel finden könne, sich einigen kleinen Vortheil des Plazes dergestalt zuNuß zu machen, daß ihm solcher einen rühm und glücklichen Ausschlag zuwege bringe.
Diese Schlacht soll billig unter des Herrn de Luxembourg seine schonften Verrichtungen gezehlet werden, wegen seiner grossen Fähigkeit, wegen derRichtigkeit seines Judicii, und wegen des besondern Nachdrucks bey der Bollziehung. Denn bey dieser Gelegenheit hat dieser grosse Capitain, in dem Ausgenblick, da er auf seinen Feind los gieng, und selbigen angreiffen wolte, alsein geschickter Mann gedacht, und alles, was er sich ausgesonnen, völlig indas Werck gerichtet, und dieses mit einem solchen Nachdruck und Behendigkeit, daß er seinem Feind die Zeit nicht ließ, dem gefährlichen Streich, den ernach ihm that, abhelffliche Maaffe zu verschaffen.
In eben dem Jahr 1690. und fast zu eben der Zeit verlohr der Herzog Schlacht beyBon Savoyen die Schlacht bey Staffarden gegen des Königs Armee, welche Staffardenvon Mr. de Catinat commandiret ward.
Dieser Fürst begieng, in seiner Einrichtung, so viele Fehler, daß manfolchen den Verlust der Schlacht allerdings beymessen kan. Selbige warennun auf folgende Art beschaffen.
Ob der Herzog von Savoyen gleich willens war, des Königs Armeeanzugreiffen, wenn solche, bey Saluzzo, über den Po gienge, so ließ er sichdoch angreiffen und lieferte solche Schlacht nicht: und er erwartete also denAngriff, weil er dafür hielte er wäre wohl postiret und seine Wahlstatt vortheilhafft, ob sie es schon in der That nicht so sehr war, als sie es hätte seynkonnen, wenn dieser Posten, von seiner Armee, wäre flüglicher eingenommenworden. Der rechte Flügel war von dem Bach, welcher nach der AbteyStaffarden zufleußt, bedecket und stieß an denselben, auch gab es an dessenUfer von einem Ort zu dem andern so grosse Feld Häuser, daß man FußVolck darein legen können, welches denn die rechten Flügel seiner zwey Linienunterstüzet und bedecket hätte. Allein an statt daß er seine Flügel an dieseFeld- Hauser stellen sollen, ließ er solche an einer gewissen Weite von seinenFlügeln liegen, und legte Fuß- Volck hinein; dieweil dieses aber von der Linie nicht nahe genug bedecket ward, so jagte es des Königs Armee nach einander heraus, che sie noch einmahl die feindliche Fronte angriff.
Dieser erste Fehler machte, daß der Herzog von Savoyen ziemlich vielVolck zu Fuß einbuffete, ehe die Schlacht auf den Fronten der Armee ihrenAnfang nahm. So konnte auch sein lincker Flügel mit einem alten Damm
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1690,