Buch 
Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
Entstehung
Seite
255
JPEG-Download
 

Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 255

eben die Art und mit eben den Vorsichten, unternehmen, als wenn solche inGegenwart des Feindes zu thun wären. Über dieses låsset ein General, wenner in den Diensten und den Bewegungen die Nachläßigkeit dultet, den Trup-pen Zaum und Zügel, sich an die Fahrläßig und Unachtsamkeit zu ge-wöhnen.

Das Jahr 1692. giebet mir, in dem Treffen bey Steenkercken, ein merc Schlacht beywürdiges Exempel von der andern Gattung an die Hand, über weiches vieler Steenkerckenley Anmerckungen zu machen sind.1692.

Alster König, nach Eroberung der Festung Namur, von der Armee weg-gieng, ließ er das Commando darüber dem Marschall de Luxembourg, welschem blos anbefohlen war, daß er für die Erhaltung der eingenommenen Derster und des Landes besorget seyn solte. Diesemnach ließ gedachter Generalsich es genug seyn, den Prinzen von Oranien sorgfältig zu obferviren, als welscher, aus Verdruß, daß er den Verlust der Festung Namur nicht verhindernkönnen, bey den Bewegungen, die er seine Armee thun ließ, Gelegenheit such-te, etwas wieder des Königs Armee vorzunehmen, oder doch wenigstens, aufUnkosten eines Landes, davon die Spanier nicht mehr Herren waren, seinenUnterhalt zu finden.

Mr. de Luxembourg hatte sein Lager so, daß sein rechter Flügel anSteenkercken und sein lincker an Enghien stieß; und der Prinz von Oranienlag zwischen Tubife und St. Arnelle, in einem Lande, so voller Gebüsche undunwegsamer Oerter ist, welche die beyden Armeen von einander schieden. Eshatte also das Ansehen, als wenn es unmöglich wäre, daß unter ihnen einHaupts Treffen vorgehen könnte. Doch als der Prinz von Oranien mittlerszeit erfahren, daß der Marschall de Luxembourg mit einem Menschen von seiner Cansley Correspondenz unterhielt, und durch diesen von allem, was er zuwissen bekam, ordentlicher weise benachrichtiget ward, so entschloß sich erwähnter Print, sich dieses entdeckten Geheimnisses zu bedienen, und den Marsch seinerArmee gegen des Königs seine dadurch zu verbergen.

Zu dem Ende ließ er diesen Secretarium in seinem Cabinet heimlich verarrestiren, zwang ihn darauf, an den Marschall de Luxembourg, in seiner Gesgenwart, zu schreiben und ihm zu berichten, daß des Prinzen von Oranien Armee,auf der andern Seite des Bachs bey Steenkercken, vor des Königs Armee rechatem Flügel, eine grosse Fourage thun würde, und daß, zu Bedeckung diesesFutter- holens, noch selbige Nacht ein ansehnliches Corps Fuß- Volck, mit eisnigen Stücken, aufbrechen, und die unwegsamen Derter, so die beyden Armeenvon einander sonderte, einnehmen würde, damit die Fourage, auf ihrem Rückweg, nicht gestöhret werden möchte.

Diese falsche Nachricht, welche dem Marschall de Luxembourg als gut,

und