256 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.
und von einem Spion, den er für treu und sicher hielt, hinterbracht worden,war Urfach, daß er diejenige, welche ihm von einem Partheygånger, der aufParthey ausgegangen, gegeben ward, gänzlich aus den Augen setzte, ob ihmgleich dieser berichtete, daß alle unwegsame Oerter, so die Armeen von einan-der sonderten, voller Fuß- Volck, Reuterey und Stücken wären.Da nunDasienige, was ihm erwähnter Partheygånger meldete, mit den:, was ihm seinSpion berichtet, völlig übereinkam, so hielt er dafür, daß die in die enge Derster gerückte Truppen eine blosse Würckung der Vorsichten wären, welche derPrinz von Oranien, nach felbigem falschen Bericht, wegen Sicherheit seinervorhabenden Fouragirung, nehmen solte. Indem er nun diese Fourage, zuderen Sicherheit der Feind so grosse Vorsichten gebrauchte, nicht wohl stöhrenkonnte, so blieb er in seinem Lager ruhig, bis er endlich vernahm, daß diefeindliche Armee, aus den engen Orten, die der Spize seines Lagers sehr nahewaren, auf einmahl an allen Orten heraus kame, und sich in Schlacht- Ord-nung stellete, hierüber auch die Bourbonnische Brigade, so auffer der Linie stund,und den rechten Flügel der Neuterey bedeckte, bereits von einem Corps zu Fuß,das weit stärcker, als sie, wåre, würcklich angegriffen würde.
Bey diesem Uberfall, der auf der ganzen Fronte der Armee bey nahe all-gemein war, bedienete sich der Marschall de Luxembourg feiner gewöhnlichen Behendigkeit. Die Armee stund in einem Augenblick in dem Gewehr,und vor der Spiße ihres Lagers in Schlacht Ordnung. Auch leistete dieserGeneral der Brigade de Bourbonnois, welche ihr Lager verlohren und einigevor ihr gepflanzte Stücken verlassen hatte, ja diese von dem Feind schon wie-der des Königs Armee gebrauchet wurden, so geschwinde Hülffe, daß angeregte Brigade, und die ihr zum Entsas angekommene Truppen, die Feinde vonDiesem Posten, den sie alleweile eingenommen, wiederum abtrieben, und unsere Stücken wieder wegnahmen. Und auf diese Maasse ward die Sache aufunserm rechten Flügel wiederum hergestellet. Des Feindes Fronte, welcheunsere Fronte angreiffen solte, fand immittelst ziemliche Schwürigkeiten, anDiese zu gelangen, weil es an einigen Orten Zäune gab, die, ob sie wohl etwasDunne, dennoch um kleine Wiesen herum giengen, also daß solche Langsamkeit, an die Linie, auf der ganzen Fronte, zugleich zu gelangen, unsern Trupspen Zeit gab, sich in behörige Ordnung zustellen. Als nun der Feind, so wesgen des guten Erfolgs seines lincken Flügels gegen die Bourbonnische Brigadeaufgeblasen war, zum Angriff kommen woite, fand er auf unsrer Seite so guten Wiederstand, daß er nicht allein an unsere Fronte nicht gelangen mochte,sondern auch gezwungen war, sich zurück zu ziehen, wie er sabe, daß die Trupspen von seinem lincken Flügel den Platz, auf welchem die Brigade de Bour-bonnois ihr Lager hatte, wiederum eingebüsset hatten.
Indem