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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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257
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 257

Indem nun dieser Platz auf der ganzen Fronte verlassen worden, so gabsolches unserer ersten Linie Mittel an die Hand, hinaus zu rücken, und der an-dern Linie solcher gestalt hinlänglichen Raum zu geben, daß sie sich hinter derersten formiren konnte. Bis dahin waren zwar unsere beyden Linien in demGewehr, allein nur forne vor ihrem Lager, so daß das Lager der ersten, zwischenden beyden Linien, noch völlig aufgeschlagen da stund.

Doch rückte endlich die ganze Fronte der Armee, die sich alleweile, ver-mittelst ihres Feuers, eine Wahlstatt verschaffet hatte, auf den Feind, welcher,Durch den erlittenen Verlust an Mannschafft, ein wenig in Unordnung gera-then, dergestalt muthig an, daß er in die engen Oerter, daraus er fechtens halber gekommen, wiederum hinein getrieben, und gezwungen ward, die Stücken,welche er vor sich gepflanzet, wie nicht weniger eine Wahlstatt, so mit zehenbis zwölff tausend Todten bedecket, völlig in dem Stich zu lassen.

Nichts desto weniger ist es wahrscheinlich zu glauben, daß, wenn desFeindes rechter Flügel, der Enghien und unsern lincken anzugreiffen bestimmet war, sich auf seinem Marsch, in der Nacht, nicht verirret, und der lincke,da das Treffen auf dem rechten und in dem Centro angegangen, zugleich angesgriffen hätte, es dem Marschall von Luxembourg viel schwerer würde gefallen seyn, bey einem so unvermutheten Umstand, einen allgemeinen Angriff vondem rechten Flügel bis auf den lincken auszuhalten.

Dieses Treffen ist das allerblutigste, so in solchem Kriege vorgegangen.Zwar hat man demselben den Nahmen einer Schlacht nicht beygeleget, obgleich die Armee auf unserer Seite in Schlacht- Ordnung gestanden, sondernman hat es nur ein Gefecht geheissen, weil die Fronte in der That nicht allenthalben zugleich, sondern nach einander, getroffen hat. Inzwischen wirddie von mir ießt- gethane Erzehlung mir zu mancherley Betrachtungen Anleitung geben: Davon einige den Pringen von Oranien, und andere den Marschallvon Luxembourg angehen werden.

Gewiß ist es, daß es einem General nicht möglich sey, sich der Entdeckung eines Spions unter seinen Haus Genossen vortheilhaffter zu bedienen,als es der Print von Oranien, bey dieser Gelegenheit, gethan hat. Ja es istficher, daß dieses Prinzen Vorhaben groß war, und gelingen folte, daferne sol-ches nur eben so behende wäre ausgeführet worden, als man es bis auf denPunct seiner Vollstreckung klüglich geführet hatte. Denn kurz von der Sache zu reden, so hatte Mr. de Luxembourg seines Partheygängers Nachrichten allerdings in den Wind geschlagen. Über dem befand sich alles, was ge-dachter Partheygånger ihm zu wissen that, den falschen Nachrichten, welcheihm der Prinz von Oranien, durch diesen entdeckten Spion, hatte geben lassen, so gar gemäß, daß es zu nichts anders dienete, als daß es ihm die geZweyter Theil.

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