Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 259dem sehr wohl angeleget, und bis auf den Punct, da es vollstrecket werdensollen, überaus glücklich geführet werden, zu seinem Nachtheil begangen hat.
Belangend den Marschall de Luxembourg, so soll dieser gelobet wer-den, daß er mit so grosser Behendigkeit anbefohlen, seine Armee in Schlacht-Ordnung zu stellen, wie nicht weniger, daß er der anfänglichen Unordnungauf seinem rechten Flügel so wohl abgeholffen, und denn auch, daß er seineArmee eine Wahlstatt so kecklich einnehmen lassen, da doch solche zu Anfangdes Treffens gar keine hatte; ingleichen daß er sich die erste Bewegung, welche er den Feind rückwärts thun sabe, dermassen zu Nus machte, daß er selben wiederum in seine unwegsame Oerter trieb und in Unordnung brachte.
Uber dieses Exempel finde ich eine allgemeine Anmerckung zu machen,die allen denjenigen, so mit Kriegs- oder Staats- Sachen zu thun haben, nuß-lich ist. Nehmlich man soll alle die verschiedene Nachrichten, die man voneinerley Sache erhält, stets gegen einander halten, keines weges aber sich voneiner, als wenn folche die sicherste wäre, sich so gar zuvor einnehmen lassen,daß man nicht alle Vorsicht gebrauche, sich gegen eine Begebenheit, davon diesjenige, so man für die unsicherste geachtet, Meldung gethan, bestens zu verwahren, wenn es sich ja allenfalls befinden solte, daß eben diese die aller-wahrhafftigste gewesen wäre. Denn ob wohl alle Nachrichten, die von einem Correspondenten oder Spion herkommen, dessen Treue man offt erfahren hat, die allersichersten zu seyn scheinen sollen, so ist es dennoch möglich,daß dieser Correspondent oder Spion, den man für den treuesten achtet, falschseyn, oder auch entdecket und gezwungen werden kan, eine falsche Nachricht zugeben. Daher ist es allemahl weislich gethan, wenn man alle Nachrichten,die man wegen einerley Sache bekommet, gegen einander hält, und sich derWahrheit auf vielerley Manieren zu versichern bemühet ist.
In eben dem Jahr 1692. ward, in Teutschland, an einem Arm des Gefecht beySpeyerbachs, zwischen einem abgesonderten Corps von der Armee des Mars demSpeyerschalls de Lorge, und der gesammten feindlichen Armee, ein ziemlich grosses bach 1692.Gefechte gehalten.
Ich hatte Ordre bekommen, daß ich über neun Bataillons, über ein Re-giment von der Armee, welche bey Marckheim stund, und die unter dem Com-mando des Herrn de Melac achtung geben solte, daß die feindliche Armee, sogleichfalls bey Marckheim campirte, keine Brücke über den Rhein schlüge,das Commando übernehmen folte. Da nun Mr. de Melac inzwischen kranckgeworden, so befahl mir unser General, daß ich hingehen und das Commandovon diesem Corps über mich nehmen solte. Als ich demnach allda anlangte,befand ich, daß der Feind, mit Beyhülffe des damahls angelauffenen Rheins,seine Brücke, zwischen der Insul Sandhoven und der Pfaltz, vollends fertig
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machte,