264 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.
Nachdem aber das Fuß- Volck von der Königlichen Armee, welches ausNerwinden getrieben, von seiner Unordnung sich wiederum erholet hatte, so warddieses Dorff, von Mr. de Luxembourg, zum andern mahl angegriffen underobert; allein die Truppen konnten sich abermahl darinnen nicht erhalten,weil diejenigen, so dieselben commandirten, sich in dem Dorff nicht besser, alsdas vorige mahl geschehen, zu stellen wusten, wurden daher, von eben demFuß- Bolck von dem feindlichen lincken Flügel, welches nun zum andern mahlvon seinem Posten weggegangen und zu selbigem Angriff marschiret war, vonneuem wiederum heraus gejaget. Auch ward solches von erwähntem feindlichen Fuß- Volck, eben so ungerochen, als das erste mahl, vollzogen.
Aus dem, was ich iego gefaget habe, ist leicht zu begreiffen, daß, wennder General von dem rechten Flügel der Königlichen Armee die Ordres desMarschalls de Luxembourg diese beyden mahle vollzogen hatte, und zu derZeit, da er den Feind von seinem lincken Flügel Volck wegnehmen sahe, die-sen und die Fronte der Verschanzung angreiffen lassen, es gewiß sey, daß dieSchlacht bey Nerwinden nicht allein fünff oder sechs Stunden weniger ge-Dauvet hätte, sondern diese auch bey weitem nicht so viel Mannschafft würdegekostet haben.
Indem aber die Sachen in diesem Zustand waren, so kam der Mar-fchall de Luxembourg, der sich, durch gedachte zwey unglückliche Angriffe nichtabschrecken ließ, selbst hin auf seinen rechten Flügel, und nahm da einen Theilvon dem daselbst stehenden Fuß- Volck hinweg, wie auch die Truppen vondem Königlichen Haus. Mit diesem frischen Volck griff er Nerwinden zumDritten mahl an, und eroberte es auch. Wie nun die Feinde, zu Wiederhin-wegnehmung dieses Dorffs, ihren lincken Flügel zweymahl entblösset, und esDas dritte mahl ebenfalls gethan hatten, so bekamen sie ihre Straffe: dennweil der General von dem rechten Flügel mit den Truppen, welche der Marschall abgeholet, selbst fortmarschiret, und ich also allein geblieben war, den rech-ten Flügel zu commandiren, so machte ich so fort Anstalt, des Feindes linckenFlügel anzugreiffen, so bald er mir nur Gelegenheit darzu geben würde. Auchunterließ er nicht, folches in das Werck zu richten, sondern nahm sein Fuß-Volck abermahl, ja noch eher als die beyden vorigen mable, hinweg, weil ersahe, daß der Marschall de Luxembourg das Dorff, mit einer grössern MengeVolcks, angriffe.
Ich ließ demnach das feindliche Fuß- Volck so weit fortrücken, bis ichurtheilte, daß es so weit ware, daß es nicht wieder zu seiner Verschanzungkommen konnte, ehe das Königliche Fuß- Volck dieselbe anzugreiffen im StansDe wäre. Ich befahl also diesen Angriff dem Marquis de Crequi; und besgab mich an die Spise der Neuterey von dein rechten Flügel, welche ich an
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