Buch 
Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
Entstehung
Seite
285
JPEG-Download
 

Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 285immassen dieser so beschaffen war, daß der Feind dasjenige, so bereits den en-gen Weg betreten hatte, wiederum herauskommen- und in Schlacht- Ordnungsich stellen lassen muste, um unsere Reuterey, welche anrückte und auf sie losgehen wolte, mit Nachdruck zu empfangen. Nun hatte wohl diese Neutesrey, als sie sich in Schlacht- Ordnung stellete, mit ihrem rechten Flügel an dieRedute stossen, und deren lincker mit einem engen und für die Reuterey gangunbequemen Land bedecket werden können, über dies auch diese unten an derHöhe stund, über welche das feindliche Fuß- Volck seinen Marsch nahm, daDenn, nach dieser Einrichtung, der Feind, auf drey oder vier Linien in SchlachtOrdnung stehen und den Angriff unserer Reuterey annehmen konnte, zumahlda deren lincker Flügel das Feuer der Infanterie und der Stücken aus der Resdute aushalten müssen, ehe sie noch einmahl treffen können. Allein Mr. deMagnac wuste, durch eine Bewegung eines erfahrnen und geschickten Officiers,die Stellung, darzu der Feind gelangen können, dermassen zu verrücken, daßer selbigem Anlaß gab, feinen Vortheil zu verlieren: denn als er zum Treffenschon bereit war, so stellte er sich, als wenn er nicht das Herz hätte, sich ein-zulassen, ließ daher seine erste Linie wiederum in die Zwischen- Plage der andern rücken, gleich als wenn er sich, mit Vorsicht und ohne zu fechten, hätte zusrück ziehen wollen. Der Feind, welcher vermessen und stärcker war, hielt diesse Bewegung des Herrn de Magnac für eine Würckung seiner Furcht, die erhätte, sich mit einem Feind einzulassen, den er nur auf seinem Abmarsch beunruhigen wollen, weil er befunden, daß dessen Spize bereits in die engen Derter gegangen wäre, und verlohr also, durch diese Vermessenheit, den Vortheil seinerStellung. Indem er nun darauf anmarfchirte, machte er eine Deffnung, feine verdoppelten Linien in die erste und andere Linie rücken zu lassen. Gleichwohl konnte diese Bewegung so nahe vor einem Feind, der zu fechten suchte, ohneGefahr nicht geschehen, daher denn auch Mr. de Magnac sich dieselbe, mit großser Geschicklichkeit, zu Nutz machte: angesehen er in dem Augenblick, da derFeind seine Schlacht- Ordnung veränderte, und, durch Ausbreitung seinesrechten Flügels, den Vortheil der Bedeckung, welche er von dem Feuer aus derRedute genosse, verlohren hatte, denselben zu der Zeit, da er nicht in Schlacht.Ordnung war, dermassen gelegen angriff, daß er die erste Linie, in die andern,so noch nicht formiret waren, hinein jagte, und selbigen über Hals und Kopffin den engen Ort trieb, ohne das Feuer des Fuß- Volcks in der Redute immindesten zu befürchten, maffen dieses auf uns nicht mehr feuren konnte, weiles auf seine eigene Truppen, die mit den unsrigen vermenget waren, geschossen hatte; dahingegen man ausser dem dieses Feuer in der Seite hätte empfinDen können.

Aus der Erzehlung der Schlacht bey Friedlingen muß man eine Anmer

Mn 3

cfung