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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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286 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

ckung nehmen, welche derjenigen, so ich über die Schlacht bey Luzara gemacht,gerade entgegen ist, und daher sagen kan, daß eine Armee leichtlich kan geschlagen werden, wenn sie vor ihrem Feind so nabe aufbricht, daß er sie erreichen mag,und sie dafür, hält, daß sie rückwärts marschiren könnte, ohne daß sie die indergleichen Fall nöthigen Vorsichten gebrauchen durffte: denn es ist gewiß,daß, wenn das feindliche Fuß- Volck, an statt auf die Höhen hinter ihrem La-ger schlechter dings hinan zu klettern, diejenigen eingenommen hätte, welche ihmzur rechten, und in der Nähe waren, die Reuterey zu beschirmen, bis daß derenNachzug, in die engen Derter bey Friedlingen, völlig eingegangen, indem derlincke Flügel auf diese Maaffe, durch das Fuß- Volck von der Armee, undder rechte, durch die Redute, bedecket worden, es der Neuterey von der Königlichen Armee wåre unmöglich gewesen, mit der feindlichen ein Treffen an-zugehen. Ja wenn auch so gar das feindliche Fuß- Volck, an statt daß es,feiner Bequemlichkeit halber, feinen Marsch über die Höhen genommen, vorTags aufgebrochen, und, auf der lincken Seite der Friedlinger Enge, unten andem Berge, weggezogen wäre, so ist sicher, daß die Infanterie von der Kiniglichen Armee nicht Zeit genug gehabt hätte, diefelbe einzuholen, und alsoDiese ganze Armee sich ruhig zurück gezogen haben würde. Daher war dieVermessenheit des Feindes, indem seine Reuterey vorwärts eine Bewegungmachen wolte, und hiernächst dessen Fahrläßigkeit in Ansehung der Vorsichten, die man sicher aufzubrechen, zu gebrauchen hat, lediglich Ursach an seinemerlittenen Verlust.

Schlacht bey Wie es gewiß ist, daß es fast unmöglich, daß zwey Kriegs- VerrichSpeyer 1703. tungen sich einander ganz gleich befinden, ich über dem auch die grossenActiones nur in zwey Classen getheilet habe, nehmlich in ordentliche FeldsSchlachten, und in grosse Gefechte, deren Ausgang eben so ansehnlicheWürckungen, als die, so auf die ordentlichen Feld- Schlachten folgen, hervorzubringen vermögend ist, so ist doch die Erzehlung der Schlacht ben Speyer,welche der Marschall de Tallard, in dem Jahr 1703. geliefert und gewonnenhat, von einer so besondern Gattung, daß sie wohl verdienet, daß man solche mit Sorgfalt untersuche, damit man zu erkennen gebe, welcher gestalt dasVerhalten, so man dabey beobachtet, niemahls zu einem Exempel der Nachfolge dienen soll. Ne

Des Königs Armee, welche der Marschall de Tallard commandirte, hatte Landau belagert, und es fieng an mit dieser Festung hart zu halten, als diefeindliche Armee, bey Speyer, unter dieser Stadt, über den Rhein gieng undanrückte, den Marschall de Tallard anzugreiffen. Indem nun unser Generalden Feind in den Linien nicht erwarten wolte, worinnen er auch Elüglich hanDelte, so ließ er vor dem Ort weiter nichts, als die Wacht in dem LauffGraben,