Schlacht bey
288 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.
einen so groben Fehler gerathen, muß deswegen nicht weniger getadelt werden, ob er gleich von dem Glück ist begünstiget worden: allermassen es keines weges genug ist, daß er demselben allein seinen glücklichen Erfolg zu dancken habe, sondern die gute Einrichtung muß allezeit der Grund des erwünschten Fortgangs bey den Kriegs- Verrichtungen seyn.
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Die Schwachheit des Gesichts des Marschalls de Tallard, welchesihn auf eine betrübte Art nöthiget, mit anderer Leute Augen zu sehen, brachteihm, vermittelst eines Irrthums, den Gewinn dieser Schlacht zu wege,an statt daß solcher ihm deren Verlust hätte veranlassen sollen.Auch istdieser Umstand so merckwürdig, daß solcher billig nicht vergessen werDen soll. Offigedachter General verließ sich auf die guten Augen des Herrnde Vaillac, und auf dessen Einsicht. Diesem hatte er aufgetragen, daß er ihmdie Einrichtung des Feindes und dessen Bewegungen Hinterbringen solte. Immittelst nahm dieser eine Bewegung, welche die Neuterey von dem feindlichenlincken Flügel sich auszubreiten und über unsere Fronte wegzureichen machte,für ein Zeichen der Furcht an, und schlug dem Marschall de Tallard vor, daß erunsern rechten Flügel, unerachtet selbiger noch nicht in Schlacht Ordnungstund, in dem Augenblick einen Angriff thun lassen solte. Unser Glück wolte,daß dieser Anfall gedachter massen des Feindes Fronte öffnete, und daß dieserlincke Flügel auf sein Centrum und seinen rechten Flügel, wo er Unordnungverursachte, hinein fiel, an statt daß er sich nach unserm rechten herum wendenund diesen in der Seite angreiffen solte. Auch begieng unser lincker Flügeleinen grossen Fehler. Es commandirte felbigen Mr. de Pracontal; nachdemer aber anrücken und des Feindes rechten angreiffen wolte, so breitete er sichnicht bis an den Speyerbach aus; daher wie er zu dem Angriff gieng, musteer das Feuer von einigen Bataillons aushalten, damit des Feindes rechte Seitebedecket, und der Bach besetzet war: auch ward selbiger dadurch dermassenverwirret gemacht, daß er sich zurück begeben, und dieser Unordnung wieder-um abhelffen muste.
Die Begebenheiten, welche auf diese glückliche Schlacht gefolget, besfräfftigen nur allzu sehr, wie nöthig es sey, daß man in dem Kriege keine andere Generals gebrauche, als welche zu den Verrichtungen, die sie vornehmenwollen, eine gute Anstalt zu machen vermögend sind; wiewohl dieses zumgroffen Unglück für des Königs Sachen, von selbiger Zeit her, sich so nichtbefunden hat.
Die Schlacht bey Hochstätt, so in dem Jahr 1704. verlohren gegangen,Hochstätt ist die Begebenheit von der ersten Art der groffen Actionen, welche auf diesjenige, davon ich alleweile geredet, erfolget ist.
1704.
Diese für den Staat gar unglückliche Jahrs- Rechnung hat so betrübte
Folgen