Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 303
gefeget, darinnen er vor dessen Eröffnung sich befunden, weil er dem Feindalle Derter entzog, darinnen er sich fest gefeßet hatte. Allein der Herzog vonVendôme hielt dafür, es wäre nöthiger, gegen die andern Quartiere zu mar-schiren, welche die Feinde zwischen der Eisch und dem Po hatten; doch warsolches vergebens, weil sie dieselben aufhuben, ehe man daselbst anlangenkonnte. Solcheinnach schickte der Print Eugenius die erste Mannschafft, soer zusammen bringen konnte, wieder nach Salo zurück, versammlete die übrigenLeute zu Roveredo, und fand Mittel, durch die schleunige Hülffe, die ihm ausTeutschland zugeschicket worden, seine Armee wiederum in Stand zu setzen,und den Feldzug mit einer schönen Armee zu eröffnen, ob solches gleich etwasspäter, als er es beschlossen hatte, erfolgte.
Dieses Exempel wird der Siegel. welche man, bey der Vollziehung einesAnschlags zu Aufhebung der besondern Quartiere, oder auch der Winter- Quartiere, so von einer ganzen Armee abgesondert liegen, zu beobachten hat, zu einem guten Beweiß dienen, und zu erkennen geben, daß man es sich nicht genugseyn lassen müsse, diese Quartiere aufzuheben, sondern daß man, in dem Fall dadie Unordnung darinnen allgemein gewesen, die geschlagenen Truppen solange verfolgen müsse, bis man solche gänzlich ruiniret oder zerstreuet habe.Denn da ihre Zerstreuung den Verlust ihrer Equipagen unfehlbar verursaschet hat, so ist die Armee in langer Zeit nicht in dem Stande, wieder in demFeld zu erscheinen, insonderheit wenn dergleichen unglückliche Action zu Endeder Winter Quartiere oder zu Anfang eines Feldzugs erfolget; eben dieserUmstand aber befand sich bey der zu Calcinato, wenn man selbiger nur mit mehrerm Nachdruck nachgesetzet hatte.
Der Action bey Caffano, nelche 1706. vorgegangen, hat man den Nah, Schlacht beymen einer Schlacht beygeleget, unerachtet es nur ein grosses Gefecht zwischen Caflane 1706.den Fuß- V ick gewesen, indem die Armeen, auf ihrer ganzen Fronte, einan
der nicht angegriffen, sondern nur das Centrum der unsrigen von dem Feindeangefallen worden.
Dr Prins Eugenius war mit der Kayserlichen Armee jenseit der Adda,und es schiene, als wenn er über diesen Fluß gehen, Mr. de Vendôme aberihm solches, mit der Königlichen Armee, so disseits stund, verwehren wolte. Nachdem nun die beyden Armeen einige Tage lang einander gegen über gestanden,der Print Eugenius aber sich gestellet hatte, als wenn er, Paradifo gegen über,Brücken über die Adda schlagen wolte, so ließ dieser Print seine Armee an derAdda binab marfchiren gleich als wenn er, bey Pizzighitone, über gedachtenFluß hatte geben wollen, daher Mr. de Vendôme ihm nachgieng, so, daß dieAdda zwischen beyden Armeen war. Gleichwie aber die Beschaffenheit desLandes auf der andern Seite des Flusses für den Prinzen Eugenium so bes
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