Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 305
allein er ward, von der ersten Infanterie, die er geschlagen und sich unter demSchloß zu Caffano wieder in Ordnung gestellet hatte, von vornen mit Nachdruck angegriffen. Der rechte Flügel unfers Centri zu Fuß, welcher disseitdes Fluffes mit keinem Feind weiter zu treffen hatte, gieng dem feindlichenFuß- Volck, so herüber gekommen, in die Seite, und des Herzogs von Ven-dôme Glück machte nicht weniger, daß sein Nachzug, den er noch weit entfernet hielt, zu eben der Zeit anlangte, und den herüber gegangenen Feind ebenermassen angriff. Also ward alles, was unter der Brücke herüber gesetzet,völlig ruiniret, der Print Eugenius aber gezwungen, sich ausser dem Gesichtunserer Armee zu setzen, und uns, mit einem wichtigen Verlust seines Fuß-Volcks, die Wahlstatt zu überlassen.
Unser Vortrab hatte an dieser Action gar keinen Antheil; ja man sagetgar, daß er das Feuer aus den Stücken und den Musqueten nicht einmaltgehöret habe, unerachtet selbiger damahls stille gehalten hat.
Bey dieser Schlacht befinde ich, daß die beyden Generals wichtige Fehler begangen haben, ob es gleich Leute sind, welche in Kriegs- Sachen gangbesondere Meriten haben.
Das Project des Prinzen Eugenii war sehr schön. Dieser Printz führte,mit einer Armee, die weit schwächer, als der beyden Cronen ihre, war, denKrieg in Italien, und hatte noch darzu keine haltbare Oerter; nichts destoweniger suchte er stets anzugreiffen, that auch solches würcklich, iedoch ge-schahe es auf so eine Art, daß er sich niemahls in eine Action einlieffe, welcheDen Sachen, wieder ihn, den Ausschlag geben können, uns aber gegentheilssolches wohl wiederfahren mögen, daferne ihm sein erster Anfall hätte glückensollen. Diese Gabe ist an einem General keines weges unter die mittelmäßigen zu rechnen, sondern ist ein Zeichen einer stetigen und wohl zusammenhangenden Aufmercksamkeit, sich ohne Gefahr einen glücklichen Erfolg zu verschaffen. Diese Aufführung fand sich bey der Action zu Caffano, und eswürde diesem Ptingen gelungen seyn, die Armee der zwey Cronen, nachdemer einen Theil davon geschlagen, würcklich zu zertrennen, woferne nicht einige Umstände Anlaß gegeben hatten, das Treffen ein wenig allzu zeitlich anzusfangen: allermassen es gewiß ist, daß der Print Eugenius nur hatte so langewarten und nicht eher die Action antreten dürffen, bis das Centrum der Arsmee über die Brücke zu Caffano hinaus gewesen, und die Colonne zu Fuß ihren Marsch so weit fortgefehet gehabt hätte, daß sie die Brücke nicht mehrsehen und selbiger in der Nähe seyn mögen. Solcher gestalt hätte er seine gesfammte Armee, ohne einigen Wiederstand, über die Brücke gehen lassen, undden Nachtrab, welcher dem Centro sehr weit nachkam, schlechter dings ruiniren können: darauf er denn wenigstens die übrige Armee von Meyland würdeZweyter Theil.getren
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